Happy Tree Friends: Blood Samples (USA 2006)

happy-tree-friends-blood-samplesDer Siegeszug der knuddligen „Happy Tree Friends“ führte aus dem Internet in die profitable Geschäftswelt. Was als online anzuschauende Flash-Animationen begann, hat sich zu einem Franchise mit Markenwert und Merchandise entwickelt. Das Konzept unterliegt der Unterhaltsamkeit klassischer „Tom & Jerry“-Cartoons. Der Humor fußt auf dem Gegensatz sanfter Figuren und nackter Gewalt. In kurzen, meist einminütigen Episoden wird der Frieden im idyllischen Naturparadies jäh durchbrochen und Blut verspritzt. Die Opfer sind eine Gruppe niedlicher Waldbewohner, deren Nasen die Form eines Herzens aufweisen. Vor der grausamen Malträtierung bewahrt sie das nicht. Im Gegenteil.

Die Mondo Mini Studios haben mit der Serie ein krankes Kultobjekt geschaffen. Allein die Titelmusik überstrapaziert kindlich naives Kitschpotential. Die Klänge brennen sich ins Gedächtnis – und gehen nach mehrmaligem Hören fürchterlich auf die Nerven. Überhaupt ist die Reihe mehr als amüsanter Zwischenhappen zu genießen. Entsprechend wenig dürfte da stören, dass die Best of-DVD „Blood Samples“ kaum mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine halbe Stunde.

Diverse Folgen der ersten drei Staffeln finden auf der Vereinigung der Greatest Hits-Veröffentlichungen 1 und 2 ihren Platz. Für Kinder ist das denkbar ungeeignet, für Inhaber der einzelnen Seasons ebenso. Der abnorme Spaßgehalt der possierlichen Grausamkeiten leidet darunter nicht. Wenn harmlose Spielereien tollender Tierchen in garstige Gemetzel münden, bleibt kein Körper ungeschoren und (meist) kein Auge trocken. Die „Happy Tree Friends“ sind der Gegenentwurf zu Kinderformaten wie den „Teletubbies“, niedlich, radikal und durchgeknallt.

Wertung: (7 / 10)

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