Hangover 3 (USA 2013)

hangover3„My name’s Alan and I bought a giraffe. Oh, my life is perfect!“ – Die Seligkeit der Einfältigen: Alan

Das Wolfsrudel ist zurück. Ein letztes mal. Wobei Lippenbekenntnisse wie diese in Hollywood naturgemäß wenig zählen. Was hingegen zählt ist der Profit – und nichts anderes als dieser wird auch den Ausschlag für „Hangover 3“ gegeben haben. Aber bleiben wir fair, die ersten beiden schmerzhaften Rekonstruktionen aus dem Ruder geratener Junggesellenabschiedsfeiern machten Spaß. Da deren zweite aber bereits eine exakte Kopie des Originals mit lediglich variiertem Handlungsort (Bangkok statt Las Vegas) war, folgt Regisseur und Co-Autor Todd Phillips zum Abschluss seiner Trilogie einem veränderten Ansatz.

Ausgangspunkt für chaotische Verstrickungen ist einmal mehr Alan (Zach Galifianakis, „Stichtag“). Der kauzige Vollbartträger mit Borderline-Attitüde hat eigenmächtig seine Medikamente abgesetzt, eine Giraffe gekauft und mit deren unbeabsichtigter Enthauptung auf der Autobahn den Herztod des Vaters herbeigeführt. Und weil das Wolfsrudel für die Beerdigung schon beisammen ist, werden Phil (Bradley Cooper, „Silver Linings“) und Stu (Ed Helms, „The Office“) von Alans Schwager Doug (Justin Bartha, „Gigli“) für eine intervenierende Gesprächsrunde eingespannt, bei der dem unberechenbaren Lebenskünstler der Gang in eine Heilanstalt empfohlen werden soll.

Bei Alans Überführung werden die vier jedoch von der Straße gedrängt und verschleppt. Hintermann der Aktion ist Gangster Marshall (John Goodman, „The Big Lebowski“), der über Alan an den chinesischen Tausendsassa Leslie Chow (Ken Jeong, „Community“) herankommen will. Jener, unlängst aus einem thailändischen Knast entkommen, hat Marshall um 21 Millionen Dollar in Goldbarren gebracht. Während Doug als Geisel behalten wird, machen sich Phil, Stu und Alan an die turbulente Aufspürung Chows. In Tijuana, Mexiko, werden sie fündig. Endgültige Klärung verspricht nach einer absurden Ereigniskette aber erst die Rückkehr nach Las Vegas.

Die geradlinige Erzählweise lässt einen Teil des bewährten Reizes vermissen. Doch bürgen bereits die wiederum einsatzfreudigen Darsteller für routinierte Kurzweil. Das humoristische Niveau allerdings beschränkt sich weitgehend auf die Eskapaden von Jeong und Galifianakis, wobei makabre Gewaltspitzen einer zweifelhaften Überbietungslogik folgen. Originell ist „Hangover 3“ also bestenfalls eingeschränkt. Immerhin schließt Phillips aber manch narrativen Kreis – u.a. durch einen Gastauftritt von Heather Graham („Boogie Nights“) – und gönnt Alan in Gestalt von „Bridesmaids“-Star Melissa McCarthy obendrein eine Gefährtin. So läuten am Ende doch noch einmal die Hochzeitsglocken, was im Abspann dann doch noch einen kurzen Rückfall ins Filmriss-Konzept der Vorgänger bedeutet. Ganz aus dem angestammten Fell kann das Wolfsrudel eben doch nicht.

Wertung: (6 / 10)

scroll to top