Hands – The Sounds of Earth (2009, Oort Records)

hands-the-sounds-of-earthWenn das Debüt- gleich ein Konzeptalbum wird, hat sich die federführende Band offenkundig einiges vorgenommen. Erst 2007 gegründet, scheint HANDS denn auch tatsächlich das Streben nach Höherem umzutreiben. Der Vierer aus North Dakota lauscht auf seinem Erstling den „Sounds of Earth“ und übersetzt diese in progressiv angehauchten Post-Hardcore mit ausgetüftelten Klangkontrasten. Das bloße Wechselspiel aus Geschrei und Gesang fällt dabei dankenswerterweise nicht der Anbiederungssystematik des Emo-Cores anheim, der ein möglichst breites Publikum durch barschen Vorlauf und melodische Refrains zu erreichen sucht.

Im Hause HANDS gibt es ohnehin verhältnismäßig wenig Text. Manch ein Song wird gar komplett wortlos präsentiert. An Wucht verliert die Musik dadurch nicht. Warum auch? Geschmeidig werden die betörenden Melodien in die Breite gewalzt und sprengen dabei wiederholt die Grenze von fünf Minuten. Das Wechselspiel aus Aggression und emotionaler Empfindsamkeit wird vorrangig über die Instrumente transportiert, ohne wiederkehrende Vocals im Dienste der Eingängigkeit. Diese erreicht die Band allein über das vielschichtige Spiel, das langsame Aufbäumen der Melancholie. Und eine solch atmosphärische Meisterleistung ist schon aller Ehren wert.

Wertung: (8 / 10)

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