Hai-Alarm auf Mallorca (D 2004)

haialarmmallorcaReichlich Wirbel verursachte die RTL-Chefetage im Vorfeld der Erstaustrahlung ihres Event-Eigengewächses „Hai-Alarm auf Mallorca“. Der Fachpresse blieb der fertige Film vorenthalten, ein kräftiger Ruck an der Werbetrommel steigerte das Interesse. Clever getrickst und doch ins Klo gegriffen, entpuppte sich das selbsternannte Fernseh-Highlight doch als „Hai light“-Version vom altbekannten „Weißen Hai“ (1975). Die als spektakulär und auf Augenhöhe Hollywoods deklarierten Spezialeffekte wurden selbst von Ottfried Fischers („Der Bulle von Tölz“) unsinnigem Gastspiel in den Schatten gestellt. Ganz zu Schweigen vom kurzen Höschen von Pop-Sternchen Jeanette Biedermann.

Die Handlung rankt sich um einen skrupellosen Wissenschaftskonzern, Teenagerprobleme und natürlich einen mörderischen Hai. Im Epizentrum steht Schwarzenegger-Ersatz Ralf Möller („Gladiator“) seinen Mann als kumpelhafter Hubschrauberpilot mit herzerweichender Vergangenheit. Seine Frau hat sich der Hai – im übrigen ein vorzeitlicher Megalodon – bei einem Tauchgang bereits einverleibt und den Traum vom Familienidyll mit dem frühreifen Töchterchen (Oona-Devi Liebich, „Endlich Sex!“) jäh zerstört. Als weitere Menschen verschwinden, stellt der einstige Kampftaucher mit Meeresbiologin (Julia Stinshoff, „Crazy Race“) und Polizeikumpel (Gregor Bloéb, „Held der Gladiatoren“) Ermittlungen an.

Ralf Möllers Kampf gegen Mörderhai und amerikanischen Akzent verkommt schnell zur banalen Fernseh-Posse auf dem Niveau einer täglichen Seifenoper. In dieser findet auch „Frauenknast“-Lesbe Katy Karrenbauer ihren festen Platz und stempelt sich durch permanentes Auftragen grimmiger Visagen frühzeitig zum Oberschurken. Überschattet wird das chronisch spaßlose Vorturnen prominenter Gesichter von Dialogen jenseits der Schmerzgrenze. Selbst unfreiwillige Komik – und davon gibt’s reichlich – macht das dröge Spektakel nicht minder ungenießbar. Immerhin sorgt Carsten Spengemanns („Beauty Queen“) Auftritt als vernarbter Seebär mit Selbstbräunungsglasur für Lachfalten.

Produziert wurde der kolossale Unfug von Hermann Joha („Der Clown“), dem abseits brauchbarer Action auch hier wenig vorzeigbares gelingt. Das Skript – für dessen Niederschrift gleich vier Autoren von Nöten waren – zitiert in loser Folge Hollywood-Blockbuster und schreckt auch nicht vor der legendären „Ich komme wieder“-Sequenz des „Terminator“ (1984) zurück. Der Riesenhai spielt effektiv nur Sekunden mit, meist als Scheme, was das angepriesene Feuerwerk modernster Computertricks schnell verpuffen lässt. „Hai-Alarm auf Mallorca“ möchte ein Fernsehfilm mit Qualität sein. Für Horror zu zahm, für Abenteuer zu lahm – was bleibt ist familienfreundlicher Trash von der Stange.

Wertung: (3 / 10)

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