Haben sie das von den Morgans gehört? (USA 2009)

haben-sie-das-von-den-morgans-gehoertPrinzipiell ist gegen eine neue RomCom mit Charmebolzen Hugh Grant nichts einzuwenden. Dieser macht zwar schon seit Jahren nichts anderes mehr, allerdings nimmt man ihm den kleinen Schwerenöter noch immer spielend und auch ganz gern ab. Sarah Jessica Parker stolpert abseits ihres „Sex and the City“-Erfolges dagegen weiter etwas planlos über die Kinoleinwände und vermag mehr zu langweilen denn zu unterhalten. Auch bei „Haben sie das von den Morgans gehört?” ist das nicht anders. Ähnlich lieblos wie ihr Zusammenspiel mit Matthew McConaughy in „Zum Ausziehen Verführt“ mag es hier nicht zugehen, aber die sprichwörtliche Chemie mit ihrem Filmpartner sieht auch anders aus.

Zwischen Paul (Hugh Grant) und Meryl (Sarah Jessica Parker) herrscht Funkstille. Nachdem sich Paul einen Seitensprung leistete, lebt das Ehepaar getrennt voneinander. Paul ist zwar um Wiedergutmachung bemüht, blitzt aber bei seiner (Noch-)Ehefrau vorläufig ab. Nachdem er sie zu einem Dinner überreden konnte, werden beide auf dem Weg nach Hause Zeuge eines Mordes. Kurze Zeit später misslingt ein Attentat auf Meryl und um die beiden nicht weiter zu gefährden, überführen die Behörden sie zu ihrem eigenen Schutz nach Wyoming, wo der hiesige Sheriff Wheeler (Sam Elliott) samt Frau Emma (Mary Steenburgen) auf das zerrüttete Paar aufpassen soll.

Routinier Marc Lawrence war bereits für die letzten Hugh Grant Filme „Ein Chef zum verlieben“ (naja) und „Mitten ins Herz“ (erstaunlich frisch) verantwortlich. Sein neuester Streich „Haben sie das von den Morgans gehört?“ tendiert was den Unterhaltungsfaktor angeht zu ersterem. Um das gewohnte Bild etwas aufzulockern, entführt Lawrence sein Duo ins konservative Wyoming. Der Clash der Gegensätze und Kulturen zwischen Städter und Landeiern bleibt allerdings aus, denn diese Gags zünden am wenigsten. Wenn es heiter zugeht, dann ist eigentlich immer Hugh Grant daran beteiligt. Allerdings fehlt im der geeignete Gegenpart. Sarah Jessica Parker kann und schafft das nicht. Sie wirkt einfach ewig wie ein verwöhntes Abziehbild ihrer Carrie Bradshaw aus „Sex and the City“. Mit Witz hat das in der Regel nicht viel zu tun. Schon dort sorgten andere für die Lacher.

Das schwache Drehbuch lässt zudem keine Überraschungen zu. Allzu vorhersehbar schlängeln sich Grant und Parker durch das lieblose Skript und bedienen sämtliche Klischees der Städter-trifft-auf-Hinterwäldler-Schublade. Viel besser wird es leider auch durch den stets muffigen Sam Elliott („Road House“) nicht. Denn die Rednecks sind allesamt zu nett, Vorurteile existieren so gut wie gar nicht und wie so häufig will der Film einfach auch niemandem weh tun. Wenn die Realität auch mal so einfach wäre. Zwingend nötig war „Haben sie das von den Morgans gehört?“ sicherlich nicht, aber ein gewohnt routinierter Hugh Grant sorgt dann doch für ein wenig Kurzweil.

Wertung: (5 / 10)

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