H-Blockx – HBLX (2012, Embassy of Music)

hblockxhblxFrüher, in den mittleren Neunzigern, waren Henning Wehland und seine H-BLOCKX aus dem deutschen Alternative nicht wegzudenken. Ihr Albumeinstand „Time to Move“ katapultierte sie als heimische Crossover-Vorreiter in die Charts und wurde Teil des Lebensgefühls einer ganzen Generation. Bald 20 Jahre später ist davon nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Mit ihrer siebten Scheibe „HBLX“ wollen die Münsteraner an alte Erfolge anknüpfen und einen modernen Sound zwischen Rock und Funk präsentieren. Bei lauteren Nummern wie „Footsteps on the Moon“ oder „The Bitch is Back“ funktioniert das mit gefälliger Routine. Viel hängen bleibt schlussendlich aber nicht.

Gerade bei den funkig angehauchten Beiträgen – angenehm aus dem Rahmen fällt das reduziert wirkende, mit Sprechgesang und Bläsern versehene „Can’t Get Enough“ – aber scheinen Anlehnungen an die RED HOT CHILI PEPPERS (siehe „DOIOU“ oder „Love Can’t Say“) etwas zu deutlich durch. Dass sich die H-BLOCKX vom Stil der Anfangstage entfernt haben, entspricht einem ebenso normalen wie gesunden Entwicklungsprozess. Auf einschlägigen Festivalbühnen werden sie mit dem neuen Material, besonders dem punkigen „Gazoline“ oder der ersten Single „Hi Hello“, souverän punkten können. Tiefe Spuren hinterlässt die altgediente Band aber nur noch wenige. Vor allem nicht auf dem Mond.

Wertung: (5,5 / 10)

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