Guttermouth – Got It Made (2016, Rude Records/Bird Attack Records)

guttermouth-got-it-madeWenn eine Band im kommerziellen Musiksegment eine volle Dekade kein neues Material vorlegt, darf das gut und gern als Todesstoß verstanden werden. Denn um langfristig erfolgreich zu sein, muss man im Bewusstsein des Publikums präsent bleiben. Im Independent sieht das anders aus. Da können sich Combos wie IGNITE ruhigen Gewissens 10 Jahre Zeit lassen, um eine neue Platte einzuspielen. So lange in der Zwischenzeit Konzerte gegeben werden, ist die Anhängerschaft milde gestimmt. Seine Gültigkeit hat das auch für GUTTERMOUTH, deren letztes Output, die „Shave the Planet“-LP, auf das Jahr 2006 datiert. Nun aber gibt es auch aus dem Lager der fäkal-humorigen Punk-Rocker Nachschub zu vermelden – in Form der sechs Songs starken „Got It Made“-EP.

Auf der vermitteln die Kalifornier schnell das Gefühl, dass alles beim Alten ist. Tempo, Melodie und Anzüglichkeiten gehen Hand in Hand, woraus eine zweifelsfrei wenig originelle, dafür aber ungemein kurzweilige Scheibe resultiert. Die legt mit „The Point“ so vielversprechend wie gewohnt ironisch los und schüttelt sich mit dem poppig-verspielten „Freckles the Pony“ sowie dem rasanten „I’ve Got It Made“ in der Folge zwei waschechte Hits aus dem Ärmel. Sänger Marc Adkins präsentiert sich in Hochform, was auch den zünftigen Krachern „A Punk Rock Tale of Woe“, „Shitty Situation“ und „Old Man“ eine überraschende Frische zuteilwerden lässt. Kurzum: GUTTERMOUTH haben ihr Handwerk nicht verlernt und legen eine EP vor, die mit einiger Rasanz da anknüpft, wo sie damals aufgehört haben. Gemessen am Niveau bleibt nur zu hoffen, dass sie bis zur nächsten Platte ein wenig mehr Eile treibt.

Wertung: (7 / 10)

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