Gun (USA 2010)

gun-50-centAls Lebensziel gab Curtis Jackson, besser bekannt als 50 Cent, einmal aus, so viel Geld wie möglich verdienen zu wollen. Um dieser hoch gesteckten Ambition gerecht zu werden, verdingte er sich erst als Drogendealer, dann als Rapper, Musikproduzent und zu allem Überfluss letztlich auch als Schauspieler. Sein Credo unterstrich er dabei gleich mit der Quasi-Biographie „Get Rich or Die Tryin‘“. Daneben trat er zwar bereits neben Hollywood-Größen wie Al Pacino, Robert De Niro oder Bruce Willis auf, in Erinnerung blieben seine Gehversuche im Filmgeschäft allerdings nicht.

Ändern wird das auch die Direct-to-DVD-Produktion „Gun“ nicht, in der sich Jackson als Hauptdarsteller, Produzent und Autor hervortut. Oder besser, es krampfhaft versucht. Zu denken geben sollte vor allem die Mischung aus Skriptschreiber und Schauspieler. Da er keine richtige Geschichte zu erzählen weiß, beschränkt sich Jackson auf markige Gangster-Posen und wüste Schießereien. Sich selbst schreibt er natürlich die dicksten Eier auf den Leib – und eine wilde Sexszene. Wen schert schon, ob es all das wirklich braucht? Schließlich hat er mit dem renommierten Clipfilmer Jessy Terrero („Soul Plane“) einen Regisseur an der Hand, der ohnehin nicht mehr kann als gestylt dreckige Bilder zu verknüpfen.

Als brutaler Straßengangster Rich (!) reißt Jackson gewaltsam den illegalen Waffenhandel von Detroit an sich. Kollateralschäden nimmt er billigend in Kauf. Sie dienen der Abschreckung. Die einzige Spur der Polizisten Rogers (James Remar, „Dexter“) und Jenkins (Paul Calderón, „Bad Lieutenant“) ist ein extravaganter Revolver, den Rich am öffentlichen Schauplatz eines Mordes zurückließ. Inhaltliche Relevanz hat das nicht. Um Rich endlich zu überführen, wird Ex-Knacki Angel (Val Kilmer, „Kiss Kiss Bang Bang“) in seine Bande eingeschleust. Die beiden kennen sich von früher. Als Vertrauensbeweis rettet ihm Angel bei einem Waffendeal das Leben.

Die von Jackson selbstdarstellerisch aufgetischte Räuberpistole mit ihren reichen weißen Hintermännern und den markigen Anekdoten aus verpfuschten Verbrecherleben ist so reißerisch plakativ wie akut unglaubwürdig. Als Drama versagt „Gun“ auf ganzer Linie und selbst als actionbetonter Thriller mit peripherem Realitätsbezug bleibt kaum mehr als eine Sammlung plumper Klischees. Zumindest dem bemüht wirkenden Kilmer, dessen Rolle eingangs zwar undurchsichtig angelegt ist, darüber aber nicht weniger vorhersehbar wirkt, hätte man ein besseres Skript gewünscht. Ein solches vom notorischen Geldscheffler Curtis Jackson erwarten zu wollen, ist des Guten aber doch ein deutliches Stück zu viel.

Wertung: (3 / 10)

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