Grizzly (USA 1976)

grizzly„If ya feel a wet snout in ya face, whatever you do, don’t move. And don’t kiss it back ’cause it ain’t me.” – Don Stober

In den Siebzigern, der Hochzeit animalischer Beutezüge im Kino, trieb auch Meister Petz sein Unwesen. Der anspruchslose Öko-Thriller „Grizzly“ zeigt die abgründige Seite von Yogi-Bär und macht bei der Verköstigung wehrloser Waldbesucher auch vor der Zerpflückung von Kindern nicht halt. Basierend auf einem Buch von Will Collins – der auch einen Cameoauftritt absolviert – inszenierte William Girdler einen durchschnittlichen Horrorfilm mit wenig Spannung und ohne echte Höhepunkte. Ein Jahr später wiederholten Girdler und „Pieces“-Produzent Edward L. Montoro das Prinzip mordender Tiere mit Leslie Nielsen („Die nackte Kanone“) unter dem Titel „Panik in der Sierra Nova“. Was blieb war die Mittelmäßigkeit.

In einem amerikanischen Nationalpark werden die verstümmelten Leichen zweier Camperinnen aufgefunden. Alles deutet auf einen mehr als vier Meter großen Bären hin, dessen Art in jener Region überhaupt nicht ansässig ist. Wildhüter Kelley (Christopher George, „Ein Zombie hing am Glockenseil“), Hubschrauberpilot Stober (Andrew Prine, „Gettysburg“) und Biologe Scott (Richard Jaeckel, „Pat Garrett jagt Billy the Kid“) nehmen den Kampf mit dem angriffslustigen Grizzly auf. Dabei müssen sie nicht nur der Bestie trotzen, sondern auch dem profitorientierten Parkleiter Kittridge (Joe Dorsey, „Friedhof der Kuscheltiere 2“).

„Grizzly“ bietet nicht mehr als soliden Tier-Terror, der im erstaunlich blutigen Nahkampf deutlich sichtbar einen Schauspieler im Pelz vorrücken lässt. Die Handlung ist so stereotyp wie die Figuren, die Akteure so blass wie die Uniformen der Parkhüter. Die Aufnahmen der echten Bären – die aus Sicherheitsgründen nicht mit den Darstellern vor der Kamera agieren – überzeugen, obgleich sich keine konstante Atmosphäre einstellen will. Die Story dümpelt vor sich hin, während vereinzelt abgetrennte Gliedmaßen durchs Unterholz fliegen. Das fördert ebenso zeitweiliges Schmunzeln, wie die mitunter arg banalen Dialoge. Zwar ist der einstige Kinoerfolg einer der ersten Filme im Fahrwasser von „Der Weiße Hai“ (1975), allerdings macht ihn das längst nicht zum überzeugendsten.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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