Grizzly Rage – Die Rache der Bärenmutter (CDN 2007)

grizzly-rageHippe Schulabgänger aus der Klischee-Mottenkiste werden von einem Killer-Grizzly durch die entlegene Wildnis gehetzt. Na wenn das mal nichts ist! Der Tier-Horror ist eben nicht totzukriegen, sei es drum, dass sich die „Rache der Natur“ fast nur noch im amerikanischen TV vollzieht. Dem Öko-Gewissen im B-Filmformat hat auch Regisseur David DeCoteau („The Brotherhood“) nichts zeigenswertes hinzuzufügen, so dass sein betont ereignisloser Beitrag zum Aufstand der Fauna glatt als Einschlafhilfe durchgehen könnte.

Dabei wurde „Grizzly Rage – Die Rache der Bärenmutter“ erfreulicherweise mit einem echten Bären gedreht. Nur ist der nie mit einem der Darsteller zugleich im Bilde. Meister Petz reißt, wenn denn tatsächlich mal etwas passiert, das Maul auf oder trabt übellaunig durch den Wildpark, während im Wechsel der Montage menschliche Darsteller um ihr Leben fürchten. Im Nahkampf kommt dann schon mal die Prankenattrappe zum Einsatz und lässt die blutig beschmierten Jungdarsteller durch die Luft fliegen.

Die Altersfreigabe ab 12 aber macht bereits deutlich, dass hier nicht mit Attacken im Geiste William Girdlers zu rechnen ist, dessen „Grizzly“ in den (good old) 70´s auch mal ein Kind zerreißen durfte. Als Opferschar dienen bei DeCoteau vier arrogante Städter, darunter die Serienschauspieler Tyler Hoechlin („7th Heaven“) und Kate Todd („Life with Derek“), die, nachdem sie verbotenerweise in ein Naturschutzgebiet eingedrungen sind, ein Bärenjunges über den Haufen und ihren Wagen zu Schrott fahren.

Ohne weitere Vorzeichen ist die Jagd für die erzürnte Grizzly-Mutter damit eröffnet. Interesse, geschweige denn Sympathie wecken die Figuren aber nicht. Neben den dürftigen Darbietungen liegt dies insbesondere an der schwachen Inszenierung, die einzelne Mitglieder der Gruppe allein losziehen lässt und dabei ellenlange Ausflüge über Stock und Stein ablichtet. Die Laufzeit von 90 Minuten ist damit gesichert, nur saugt diese dramaturgische Arbeitsverweigerung jeglichen Restreiz aus dem Film. Ein echter Heuler.

Wertung: (2 / 10)

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