Green Lantern (USA 2011)

green-lanternDie Zeit ist Reif für neue Helden. Doch wie schwer aller Anfang an den Kinokassen sein kann, bewiesen 2011 „Thor“ und „Captain America“. Um im Kampf um Einspiel und Schauwerte Schritt halten zu können, steigen die Budgets in astronomische Höhen. Die Weltweiten Einspielergebnisse beider Filme lesen sich durchaus respektabel. Aber bei Kosten zwischen 150 und 180 Millionen Dollar blieb der Umsatz doch überschaubar. Zur echten Enttäuschung entwickelte sich dagegen „Green Lantern“, der seinen finanziellen Produktionsaufwand – immerhin rund 200 Millionen Dollar – selbst international nur knapp aufwiegen konnte.

Das relative Scheitern der Superhelden-Mär scheint angesichts der holprigen Geschichte und in ihrer Künstlichkeit erstarrenden Computerbildern leicht nachvollziehbar. Die Rahmenhandlung der Comicvorlage wird im Schnelldurchlauf abgehandelt. Zwar zeigt der zweifache „Bond“-Regisseur Martin Campbell („Goldeneye“, „Casino Royale“) fremde Welten und außerirdische Geschöpfe mit allerlei Aufwand, bleibt jedoch ihre Faszination schuldig. Die CGI-Figuren wirken leblos, ihre menschlichen Pendants klischeehaft. Das gilt vor allem für Hauptfigur Hal Jordan (Ryan Reynolds, „Buried“), der vom verantwortungslosen Kampfpiloten zum Retter des Universums aufsteigt.

Als ein Außerirdischer mit magischem Ring auf der Erde abstürzt, sucht das Schmuckstück automatisch seinen Nachfolger. Die Wahl fällt auf Hal, der sich fortan als Green Lantern beweisen muss. Er wird Teil einer interstellaren Schutztruppe, die durch die Macht ihrer Ringe Gedanken grün leuchtende Form geben kann. Im Kampf gegen das Böse setzt Hal so intuitiv ein Flakgeschütz ein oder versieht einen abstürzenden Hubschrauber mit Rädern, um ihn auf kurvenreicher Bahn sicher zu Boden zu bringen. Auf dem Planeten Oa, wo das Green Lantern Corps von einem unsterblichen Rat instruiert wird, lernt er, die Fähigkeiten zielgerichtet zu nutzen.

Das ist auch bitter nötig, um Parallax, einer aus manifestierter Furcht bestehenden Weltraumwolke, die Stirn bieten zu können. Von ihrer Essenz infiziert, verwandelt sich Wissenschaftler Hector Hammond (Peter Sarsgaard, „Knight and Day“) in einen Wasserkopf mit Schnurbart, der Gedanken lesen und Kraft seines Geistes Dinge manipulieren kann. Hals an dessen Berufung zweifelnder Green Lantern-Kollege Sinestro (Mark Strong, „Sherlock Holmes“) verweigert ihm die Hilfe, als die Erde in Gefahr gerät. So muss er, moralisch unterstützt von Jugendfreundin Carol (Blake Lively, „The Town“), Verantwortung übernehmen und sich der größten Herausforderung seines Lebens allein stellen.

So absurd die Geschichte mit ihrem blassen Helden, den reizarmen Schurken und flachen Nebenakteuren (u.a. Tim Robbins, „Mystic River“) wirkt, so lieblos ist sie auch zusammengestückelt. Selbst der nachgeschobene Director’s Cut, der sich vorrangig mit der Kindheit Hals beschäftigt, kann die erzählerischen Schwächen mit ihren sprunghaften Wechseln zwischen Weltraum und Erde nicht ausbügeln. Auch der comichaft überzeichnete Humor fügt sich nur schwer in die schablonierten Rollenbilder. Von den enttäuschenden Actionsequenzen ganz zu Schweigen. So mag die Zeit zwar reif sein für neue Helden. Nur sollten diese doch bitte größere Strahlkraft besitzen als die blasse Funzel „Green Lantern“.

Wertung: (4 / 10)

 

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