Great Collapse – Holy War (2015, End Hits Records)

greatcollapseMit „Holy War“ veröffentlichen GREAT COLLAPSE nicht nur ihr Debütalbum, sondern gleichzeitig wohl auch eines der am meisten erwarteten Alben aus dem Punkrock/Hardcore-Bereich in diesem Jahr. Wieder einmal sind es die Namen hinter der Band, die für eine erhöhte Erwartungshaltung sorgen. Dafür ist in erster Linie STRIKE ANYWHERE Springfloh Thomas Barnett verantwortlich. Doch auch seine Mitstreiter haben sich ihre Sporen bereits bei namhaften Bands wie DEATH BY STEREO, RISE AGAINST oder SET YOUR GOALS verdient.

Mit der Erwartungshaltung ist es ja aber so eine Sache. Denn zu große Erwartungen werden viel zu häufig enttäuscht. Im Falle von „Holy War“ ist das glücklicherweise nicht so. Die Instrumentalfraktion macht im Grunde kaum etwas falsch. Handwerklich solide und ohne große Schnörkel gibt es melodischen Punkrock, der seinen Platz irgendwo zwischen RISE AGAINST und GOOD RIDDANCE einnimmt. Allerdings steht und fällt die ganze Sache vornehmlich mit dem Organ von Thomas Barnett.

Unterschiede zu STRIKE ANYWHERE sind schnell ausgemacht. Während er dort immer wieder den ekstatischen wie keifenden Zampano gibt, klingt sein Gesang hier insgesamt melodischer und klarer. Auch wenn er immer wieder in bekannte Muster abdriftet und es mit „Authority Beyond“ zum Beispiel einen kürzeren, heftigeren Beitrag gibt. Potentielle Hits hat „Holy War“ einige zu bieten, wobei besonders der Opener „New Abolition“ oder „Break In Case of Emergency“ hervorstechen. Textlich lassen GREAT COLLAPSE zudem nichts anbrennen und äußern deutlich, was sie von Globalisierung, Krieg und Kapitalismus halten.

Gewiss hört man „Holy War“ ein Stück weit auch seine Routine an. Genug Erfahrungen haben die Musiker schließlich auf dem Buckel. Mit ihrem Debüt ziehen sie erst einmal die Trumpfkarte, was ihnen definitiv ausreichend Aufmerksamkeit bringen wird. Im Endeffekt ist „Holy War“ ein wirklich gutes (Punkrock-)Album, welches mit einer knappen halben Stunde sogar fast noch etwas zu kurz ausfällt.

Wertung: (7,5 / 10)

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