Gracefire – Probably (2017, 7music/7us)

Namen sind nur Schall und Rauch. Irgendwie muss eine Band schließlich heißen. Bei GRACEFIRE sticht zunächst die überschreibende Kombination aus Anmut und Feuer hervor. Das erstgenannte Attribut resultiert (wohl) daher, dass drei Fünftel der Besetzung weiblich ist – einschließlich Sängerin Nicole. Die folgende Komponente verdeutlicht die Verwurzelung im rollenden Rock. Da braucht es naturgemäß Leidenschaft und Kraft. Und Herzblut ist den Schwaben auf ihrer Debüt-EP „Probably“ auch kaum abzusprechen.

Das Lodern hingegen schon. Zumindest zeitweilig. Denn selbst wenn das Gros der sechs Tracks gefällig präsentiert wird, so richtig packen will die Musik der Süddeutschen nicht. Den adäquaten Einstieg bietet das Finale „This Is“. In dem positionieren sich GRACEFIRE als Vertreter des klassischen Rock ‘n Roll. Das erscheint zwar etwas vollmundig, findet seine Entsprechung aber in der Musik. Selbiges gilt für den Opener „Probably“. Hier stimmen die Wechsel von Tempo und Rhythmus, instrumentale Dynamik trifft wandlungsreichen Gesang zwischen Röhre und Feingefühl.

Dabei aber bleibt es nicht. Die übrigen Songs plätschern mit merklich rockiger Note mal ansprechend („All Alone“, „These Arms“), mal dezent eintönig („Am I Dreaming“, „Always the Same“) vor sich hin. Der zuvor beschriebene Mangel an Feuer zeigt sich dabei vor allem bei den Gitarren, die trotz Doppelbesetzung nur selten für echtes Volumen sorgen. Live schafft das Quintett vermutlich deutlich prägendere Eindrücke. Auf ihrer ersten Konserve bleibt es für GRACEFIRE bei Wohlfühl-Rock mit guten Ansätzen. Potenzial ist zweifelsfrei vorhanden, ein bisschen mehr Profilschärfe darf in Zukunft aber ruhig noch dazukommen.

Wertung: (5,5 / 10)

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