Grabbers (GB/IRL 2012)

grabbers„It’s the quiet places where all the mad shit happens.“ – Mit trefflicher Vorahnung: Lisa

Außerirdische Invasoren und anderweitig zur Erde gelangte Wesen destruktiven Charakters verbreiten ihr Unheil meist in Kleinstädten oder ruralen Kommunen. Das Gesetz des B-Films will es so. Einer Handvoll Figuren obliegt der Widerstand und – je nach Gemütslage des Skriptschreibers – letztlich der Sieg über die unbekannte Gefahr. Dahingehend bildet „Grabbers“ keine Ausnahme. Doch selbst wenn sich der irische Sci-Fi-Horror-Ulk einzig auf bewährte Erzählelemente und hommagierend-komödiantischen Pinselstrich in „Shaun of the Dead“-Manier verlässt, gestandenes Vergnügen ist trotzdem garantiert.

Die Postkartenidylle einer verschlafenen Insel vor der irischen Küste wird nach dem Sturz eines Kometen ins Meer von blutsaugenden Tentakelwesen zerpflückt. Zum Auftakt ist es die Besatzung eines Fischkutters, doch lange benötigt die monströse eierlegende Brut nicht, um auch an Land Chaos zu stiften. Nur bleibt das erst einmal verborgen und die Monster dem Auge des Zuschauers vorenthalten.  Regisseur Jon Wright („Tormented“) kennt die Genrefilme der Fünfziger und weiß den Gefahrquell aus dem All sparsam dosiert losschlagen zu lassen. Und bis zur Ausbreitung der extraterrestrischen Kraken wollen schließlich auch die Figuren in all ihrer britischen Spleenigkeit vorgestellt werden.

Angeführt werden diese vom ständig alkoholisierten Polizisten Ciarán O’Shea (Richard Coyle, „W.E.“). Der ärgert sich erst über die kollegiale Urlaubsvertretung Lisa Nolan (Ruth Bradley, „Flyboys“). Denn die ist jung, pflichtbewusst und voller Tatendrang. Als der alte Trinker Paddy (Lalor Roddy, „Hunger“) eines der Monster aus dem Meer fischt und diesem nur Dank Promille im Blut Einhalt gebieten kann, scheint die Taktik für das ungleiche Cop-Duo und den Biologen Adam (Russell Tovey, „Being Human“) klar. Denn statt die übrigen Inselbewohner zu warnen, laden sie zum geselligen Besäufnis im Pub ein.

In „Grabbers“ sind die Monster fies, aber berechenbar, und die Typen (gewohnt) kauzig. Selbst die knospende Romanze zwischen dem vom Leben enttäuschten O’Shea und Zufallsgenossin Lisa wirkt da wie selbstverständlich. Zudem wird in zarter politischer Unkorrektheit zum Wohle der eigenen Versehrtheit dem Alkoholismus gefrönt. Das bleibt in seiner Gesamtheit überschaubar originell, wird in rund 90 Minuten aber zackig und mit gehörigem Augenzwinkern abgehandelt. Der Dialogwitz kann den Werken Edgar Wrights zwar nicht das Wasser reichen, der sympathische Cast und ansehnliche CGI-Biester sorgen dennoch für amtlichen Zeitvertreib. Na dann prost!

Wertung: (6 / 10)

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