Gotthard – Bang! (2014, G-Records)

gotthard-bangEine der Bands, über die man keine großen Worte verlieren muss, ist GOTTHARD. Seit 1990 mischen die Schweizer Hard-Rocker im Musikzirkus mit und bringen es weltweit auf mehr als zwei Millionen verkaufte Platten. Nach dem tragischen Unfalltod von Sänger Steve Lee im Herbst 2010 wagten die Eidgenossen nach rund einjähriger Trauerphase mit dem neuen Frontmann Nic Maeder einen Neuanfang. Mit ihm hielten wieder verstärkt (hart-)rockige Facetten Einzug, die den grundlegenden balladesken Weichspüler aber nur bedingt entkräfteten.

Dieser mit „Firebirth“ eingeschlagenen Richtung bleiben die Tessiner grundlegend auch mit dem 11. Studioalbum „Bang!“ treu. Trotz des programmatisch anmutenden Titels ist die Scheibe aber kein echter Knaller. Mehr schon solide Sättigungsarbeit. Zwar bemühen sich GOTTHARD darum, die bewährte und stets erfolgsverwöhnte Rezeptur mit Groove und massiven Gitarrenwänden ein Stück vom Airplay-Automatismus zu befreien, verlassen sich in der Tiefe aber eben doch wieder auf überraschungsarme Schmachtfetzen und den Weg des geringsten Widerstands.

Für den steht neben „C’est la vie“ vor allem „Maybe“, bei dem Maeder von der US-Sängerin Melody Tibbits unterstützt wird. Mit Streichern und Akkordeon wird bisweilen deutlich zu dick aufgetragen. Aber „Bang!“ hat ja noch eine andere Seite, nämlich die gut nach vorn gehende. Auf der sorgen Tracks wie „Get Up ‘N Move“, „Jump the Gun“ oder „Red On a Sleeve“ für wohliges Rock-Feeling. In der Gesamtheit betrachtet bleibt die Platte ein zweischneidiges Schwert und wirkt ein wenig zerrissen zwischen kommerziellem Pflichtbewusstsein und der Lust am klassisch melodischen Vorwärtsdrall. Keineswegs schlecht und doch weit davon entfernt, überragend zu sein.

Wertung: (6,5 / 10)

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