Good Clean Fun – Between Christian Rock and a Hard Place (2006, Equal Vision Records/Reflections Records)

good-clean-fun-between-christian-rock-and-a-hard-place„I never thought to see a time, when punk rock was the party line. Believe me it was quite a shock, when underground turned corporate rock. I’d never thought of selling out, money’s not what this is about. Then we saw the bottom line. We said ´It’s a deal! Where do we sign?´”- ´Between Christian Rock and a Hard Place´

GOOD CLEAN FUN sind allesamt Veganer, bewahren sich trotz Eiweißmangel jedoch eine positive Lebenseinstellung. Diese findet ihre Äußerung im eigens von ihnen geschaffenen Subgenre, dem Posi-Core. Äußerlich ist dieser kaum vom alltäglichen Hardcore-Punk zu unterscheiden, was zählt liegt im Inneren, sprich den Texten verborgen. Und dort vermittelt der Fünfer aus Washington D.C. einen eigenwillig humoristischen Einblick in seine Sicht der Dinge. „Between Christian Rock and a Hard Place“ ist das vierte Album der Band, die zwischen 2002 und 2004 eine kreative Pause einlegte. Bereits im Opener „A Little Bit Emo, a Little Bit Hardcore“ wird mit Augenzwinkern und spielerisch integrierten Klischees eine Brücke zwischen den in Gegensätzen verwurzelten Gattungen geschlagen.

Dabei bedient sich Sänger und Textschreiber Mr. Issa nie des erhobenen Zeigefingers, sondern bewahrt sich die subjektive Position des Beobachters, der mit verschmitzten Kommentaren auf die Missstände der Postmoderne verweist. Ob Corporate Rock („What Corporate Rock Can’t Say“) oder MySpace („The MySpace Song“), Fernsehen („A Healthy Dose of Reality Television“) oder Szeneattitüden („Ex-Straightedge-Ex“), mit spitzer Zunge und treibenden Melodien setzen GOOD CLEAN FUN mehr als nur Akzente. Sie drücken dem Publikum keine Meinungsbilder auf, sondern forcieren die Auseinandersetzung mit den von Ironie gesäumten Themen. Dass diese auch mal auf das Dasein eines Vampirs („Except For All the Goths“) verweisen oder sich um „Punk Rock Love“ ranken, untergräbt die Authentizität der Band nicht im Geringsten – im Gegenteil, gehören solche Songs doch zum Gesamtkunstwerk GOOD CLEAN FUN.

Musikalisch kreuzen sie die Klingen von GORILLA BISCUITS und ANTI-FLAG, klassischem Hardcore und Punk-Rock. „Between Christian Rock and a Hard Place“ ist ein großartiges Album mit schierem Suchtfaktor. Zwar verbirgt sich der Anspruch vornehmlich in den Texten – oder dem brillanten Artwork – , doch ist die Scheibe auch für Menschen diesseits von Straightedge- und Veganertum ein Füllhorn der Horizonterweiterung. Entsprechend schwer fällt es, sich nicht von diesem Optimismus anstecken zu lassen. Stay Posi!

Wertung: (8 / 10)

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