Goober Patrol – Mind the Gap (2011, Hulk Räckorz)

goober-patrol-mind-the-gapDrunk, but not forgotten!

Vermutlich haben sie sich einfach zurückgezogen, vielleicht mussten sie sich aber auch einfach von einem denkwürdig gewaltigen Kater erholen. Die Rede ist von GOOBER PATROL, jenen Vorkämpfern des britischen Drunk-Punks, die Mitte der Neunziger die Aufmerksamkeit von Fat Wreck Chords erregten. Fat Mike, dem Alkohol bekanntermaßen ebenfalls nicht abgeneigt, brachte erst die Vinyl-Version des ’96er-Albums „Vacation“ – wer erinnert sich nicht an den Homemade-„Star-Trek“-Videoclip zu „The Biggest Joke“ – und schließlich den zwei Jahre später eingespielten Nachfolger „The Unbearable Lightness of Being Drunk“ heraus.

Im neuen Jahrtausend folgte noch eine Kompilation an Stücken, die dem Titel entsprechend zu schlecht für Fat gewesen seien. Das war es dann aber auch. Bis jetzt. Denn nach besagter Schaffenspause kehren die Hobbytrinker aus Norwich mit ihrem fünften regulären Studioalbum zurück. Das trägt den Titel „Mind the Gap“ und wird über das deutsche Label Hulk Räckorz ausschließlich digital vertrieben. Der Sound hat sich durchaus verändert. Wurden GOOBER PATROL früher gern als Mischung aus SNUFF und den STIFF LITTLE FINGERS bezeichnet, sind die Einflüsse mittlerweile weniger deutlich erkennbar. Die Platte wirkt wie lockerer Lounge-Punk, mit Ska-Rhythmen, reichlich Piano-Einsatz sowie schmissiger Rock ‘n Roll- und Oi!-Attitüde.

Bierselige Gassenhauer in Schunkelmanier sind Programm. Die politische Bissigkeit und natürlich den britischen Humor hat der Vierer über die Jahre aber nicht verloren, was Nummern wie „Better World“ oder „A Nice Cup of Tea“ unterstreichen. Der Punk wird, mit Ausnahme des Titeltracks, aber eher im Herzen getragen. Fernab des Mainstreams schaffen lauschige Nummern wie „Unity“ oder „How Much Was the T-Shirt?“ eher ein ungewöhnliches und allen voran höchst eigenwilliges Vergnügen. Fahrstuhlmusik-Atmosphäre und Kneipen-Jam-Feeling inklusive. Zumindest unter Fans älteren Semesters dürften sie mit dieser ebenso herzlichen wie musikalisch unvollkommenen Art auf reichlich Gegenliebe stoßen.

Wertung: (7 / 10)

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