Gnarwolves – Adolescence (2015, Big Scary Monsters/Tangled Talk Records/Pure Noise Records)

gnarwolves-adolescenceKein Jahr ohne Veröffentlichung der GNARWOLVES. Das Gros ihrer Outputs haben die britischen Punk-Rocker in der zweiten Jahreshälfte herausgebracht. Angesichts der düster und nicht selten dezent depressiv gefärbten Texte kann das kein Zufall sein. Ähnlich verhält es sich mit dem Titel ihrer insgesamt vierten EP: „Adolescence“. Ein Schelm, der nicht zuletzt aufgrund des angedeuteten Logos auf dem psychedelischen Comic-Cover an den Klassiker ADOLESCENTS denkt.

Die oft beschworene Nähe zum Pop-Punk sollte (spätestens) nach diesen vier neuen Tracks kein Thema mehr sein. Denn die wuchtigen Gitarren beim Opener „The Waiting Line“ erinnern gerade im Mittelteil an PROPAGANDHI. Das unverzügliche Hitpotenzial früherer Werke – insbesondere „CRU“ – wohnt der neuen Scheibe des Trios aus Brighton allerdings nicht inne. Der packende Mix aus Melodie, Härte, Eingängigkeit sowie ungeschliffenen Ecken und Kanten machen aber auch „Adolescence“ zu einem gestandenen Vergnügen.

Bei „Daydream“ beweisen die Sänger Thom und Charlie einmal mehr die Güte ihres Zusammenwirkens. Die darum gesponnene Instrumentierung zeugt von individueller Klasse und verortet sich selbst mehr denn je im Bereich des Skate-Punks. Das akustische „Blondie“ – wohl eine Hommage an Debbie Harrys klassisches Wirken – bleibt der schwächste Beitrag, selbst wenn die übergangslose Zuspitzung ins rockige „Bad Dreams“ gewohnt stimmungsvoll geraten ist. An Aha-Erlebnissen mangelt es den GNARWOLVES damit auch diesmal nicht. Wer will es ihnen da schon verargen, dass der Funke der Begeisterung nicht so schnell wie gewohnt überspringen will?

Wertung: (7 / 10)

scroll to top