Gigli – Liebe mit Risiko (USA 2003)

gigli-liebe-mit-risikoMit „Gigli“ schleicht sich nun auch die kreative Hinterlassenschaft des einstigen Glamour-Traumpaares Ben Affleck und Jennifer Lopez in die heimeligen Pressholzregale bundesweiter Filmverleihfachgeschäfte. Das Ziel lautet Schadensbegrenzung, um der von einhelliger Kritikerseite attestierten künstlerischen Totgeburt zumindest eine veritable Ausbeute am Trog des ertragreichen Heimkinobereiches entgegenzusetzen. Denn nicht nur, dass die unsägliche Gangster-Farce des gescholtenen Regisseurs Martin Brest („Beverly Hills Cop“) als einer der ärgsten Flops der vergangenen Saison gilt, sondern gleichwohl als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten gehandelt wird.

Allerdings muss dem Abräumer der diesjährigen Verleihung der „Goldene Himbeere“ zugestanden werden, dass Interesse und Schelte ohne die trauten Yellow Press-Herzchen wohl weitaus geringer ausgefallen wären. So aber reflektiert „Gigli“ immerhin die gescheiterte Promi-Bändelei von „Bennifer“ und sorgt zumindest für trashige Kurzweil vor lachhaftem Hintergrund. In dem soll der arrogante Kleingangster Gigli (Ben Affleck, „Chasing Amy“) im Auftrag seines Chefs den psychisch zurückgebliebenen Brian (Justin Bartha), Bruder eines einflussreichen New Yorker Staatsanwaltes, entführen, um einen Mobster vor dem Gang hinter schwedische Gardinen zu bewahren.

Zur Unterstützung wird Gigli – „Jeally“ ausgesprochen – die attraktive Ricki (Jennifer Lopez, „The Cell“) zur Seite gestellt. Doch hat die schlagfertige Amazone ihre ganz eigene Auffassung von tatkräftiger Assistenz. Nach anfänglichen Querelen verliebt sich Gigli in die unerreichbare und obendrein lesbische Ricki, was nicht nur die professionelle Ausführung des gewichtigen Auftrages torpediert, sondern auch alle Beteiligten in Lebensgefahr bringt. Der damit verbundene gnadenlose Unfug ließ selbst die standhaftesten Fans der fleischgewordenen Gesäßversicherung Lopez und des mimischen Milchbrötchens Affleck kapitulieren. Der bemüht unkonventionelle Mix aus Romanze, Gangster-Komödie und Thriller lässt alle Attribute durchdachter Kinoproduktionen vermissen und stolpert durch konstruierte Szenarios mit unglaubwürdigen Charakteren und flachen Dialogen.

Bereits vor dem offiziellen Start pulverisierten desaströse Testvorführungen, Vorabgerüchte sowie Neuschnitte eine positive Ausgangsposition gegenüber „Gigli“. In ihrer Gänze nachvollziehbar erscheint diese Hexenjagd nicht. Ohne Frage ist dies eines der unsäglichsten Hollywood-Produkte der letzten Jahre, eine Ausgeburt des Trash mit miesen Hauptakteuren und noch viel mieseren Gastspielen der Schauspiel-Choryphäen Christopher Walken („Die durch die Hölle gehen“) und Al Pacino („Der Duft der Frauen“). Ganz so weit entfernt wie gemeinhin behauptet ist der Streifen jedoch nicht vom typisch amerikanischen Kinononsens.   Ein gewisser und eigentümlicher Unterhaltungswert ist diesem kuriosen Megaflop (gerade in der englischsprachigen Originalfassung) nicht abzusprechen. Und bei aller Häme sollte doch eine Tatsache nicht außer Acht gelassen werden: Guy Ritchies „Swept Away“!

Wertung: (4 / 10)

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