Giants – Break the Cycle (2016, Holy Roar Records)

giants-break-the-cycleDer moderne Hardcore wirkt kalkulierbar. Wegbereiter wie COMEBACK KID haben eine Spielart etabliert, die mal punkig, mal metallisch auf Wucht gepolt ist, ohne je den Spaß an der Sache zu vernachlässigen. Ihren Fußstapfen folgt eine Vielzahl an Bands, die grundlegend ein identisches Schema bedient. Das ist in der Musik wahrlich kein Novum und stört hier noch weit weniger als bei anderen Ausprägungen des unabhängigen Kreativsegments. Dafür stehen auch GIANTS aus Essex/London, deren erster Langspieler „Break the Cycle“ stark an die erwähnten COMEBACK KID (oder auch SINKING SHIPS) angelehnt ist.

Dass der Fünfer durch ausgeprägte melodische Vielfalt und Chöre in Punk-Manier jedoch eine eigene Soundvariante definiert, belegt gleich das eröffnende „Underachievers“. Bei dem wird in der wuchtigen Einleitung mächtig Druck aufgebaut, der sich anschließend in wütendem Schreigesang, stimmigen Rhythmusverschiebungen – und eben besagter Hymnenhaftigkeit entlädt. Mit „I’m Not Around“ wird darauf zunächst die Keule geschwungen, ehe neuerlich Gangshouts und Mitgröl-Refrains ins Spiel kommen. Zeit zum Verschnaufen erhält der Hörer trotz variablem Tempo kaum.

Das Kombinat aus Härte und Melodie, Hardcore und Punk gießen GIANTS in 13 beständig packende Tracks, denen es weder an Abwechslung noch rüder Eingängigkeit mangelt. Auch die Texte überzeugen, geben sich kritisch, beziehen Stellung. Mit (exemplarisch herangezogenen) Knallern wie „Our Own Enemy“, „Did It Mean So Much to You“, „Resignation“ oder „Another Day, Another Year“ bleiben keine Wünsche offen, so dass sich der Status des Geheimtipps regelrecht aufdrängt. Der moderne Hardcore mag kalkulierbar erscheinen. So lange er aber derart mitreißend dargeboten wird, muss sich die Befürworterschar wahrlich keine Sorgen machen.

Wertung: (8 / 10)

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