Ghost Ship (USA/AUS 2002)

ghost-shipKapitän Sean Murphy (Gabriel Byrne) und seine Crew des Bergungsschiffes Arctic Warrior feiern gerade in einer Hafenspelunke einen erfolgreichen Einsatz, als mitten im allgemeinen zuprosten der unscheinbare Ferriman (Desmond Harrington) die Geschichte eines ziellos im Meer treibenden Schiffes erzählt, welches er mit seinem Flugzeug gesichtet und fotografiert hat. Aufgrund der Größe des Schiffes und einem dicken Batzen Geld vor Augen, nehmen Murphy und seine Männer den Job an, den Kahn in den nächstbesten Hafen zu schleppen und die Bergungsrechte einzuheimsen. Am Schiff angekommen stellt sich heraus, dass es sich hierbei um den seit über 40 Jahren verschollenen Luxus-Liner Antonia Grazia handelt, der seinerzeit wie vom Erdboden verschwunden ist. Tatsächlich ist das Schiff scheinbar verlassen und die Männer und Frauen sind voller Vorfreude, angesichts des großen Reibachs. Doch schon bald geschehen merkwürdige Dinge an Bord.

Der gute alte Grusel-Thriller erlebte in den letzten Jahren eine Art Renaissance, auch wenn diese meist kümmerliche Werke an die Oberfläche schwemmte. Alte und bekannte Themen wurden in neuem Gewand aufwendig und zeitgemäß verfilmt, doch verpuffte der wohlige Grusel der Originale im Stakato-Feuer der Tricktechniker und so erleideten Filme wie „Das Geisterschloss”, „House on Haunted Hill” oder „13 Geister” völlig zurecht Schiffbruch an der Kinokasse. Regisseur Steve Beck, der bereits bei „13 Geister” hinter der Kamera stand, versucht nun erneut sein Glück, verzichtet dabei erfreulicherweise auf zuviel falschen Budenzauber aus dem PC. Die Atmosphäre in „Ghost Ship” stimmt, so viel kann man sagen. Der alte und seit Jahrzehnten verlassene Kahn stellt sich dem Zuschauer in dunklen und bedrohlich wirkenden Bildern dar. Auch die ersten Minuten, in denen die Besatzung der Antonia Grazia in „Cube”-ähnlicher Manier zerteilt wird, lassen auf kurzweiligen Spaß schließen. Doch bewahrheitet sich dies leider nicht.

Was folgt ist die lose Aneinanderreihung aller erdenklicher Horrorfilm-Klischees und das Handbuch zur Erstellung eines konventionellen Schockers ohne Anspruch wird von Regiesseur Steve Beck von A bis Z durchexerziert. Egal ob zufallende Türen und Luken, plötzlich auftauchende Erscheinungen und Personen oder Blut, dass aus den Einschusslöchern eines Swimming-Pools tropft, alles hat man schon tausendmal gesehen. Zu oft, als das „Ghost Ship” in irgendeiner Art nur ansatzweise schocken könnte. Beck bedient sich aus dem kompletten Fundus aus über 100 Jahren Kino und zitiert auch die großen des Genres ganz gerne einmal. Zu den Darstellern (darunter Karl Urban, „Der Herr der Ringe”) gibt es nicht viel zu sagen, in typischer Manier verabschiedet sich einer nach dem anderen, lediglich das Mitwirken von Gabriel Byrne („Die üblichen Verdächtigen”) verwundert etwas, allerdings diente der Film wohl eher als Geldbeschaffungsmaßnahme und weniger als künstlerische Herausforderung. Einige wenige Lichtblicke gibt es, ansonsten ist „Ghost Ship” aber der fade Horror-Cocktail mit bekannten Zutaten, den man wohl auch vorher schon erwarten durfte.

Wertung: (4 / 10)

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