Ghost Rider: Spirit of Vengeance (USA/UAE 2012)

ghost-rider-2Kaum ein namhafter Schauspieler hat seine Karriere nach der Oscar-Auszeichnung mit solcher Vehemenz in den Wind gepisst wie Nicolas Cage („Leaving Las Vegas“). Mit einem nicht eben glücklichen Händchen bei der Rollenauswahl, akutem Hang zum Overacting und teils furchtbaren Frisuren hat er seinen Ruf nahezu ruiniert. Über ein gewisses Gewicht verfügt sein Name noch immer. Nur gründet sich dies hauptsächlich auf Erfolge der Vergangenheit. In der Gegenwart grimassiert sich Cage am Rande der Schmerzgrenze durch meist bemüht coole Genrefilme. Die Berechtigung einer Kinoauswertung darf dabei aber mehr und mehr bezweifelt werden.

Wer dachte, die Sohle des Jammertals wäre mit „Drive Angry“ bereits erreicht, der muss sich angesichts von „Ghost Rider: Spirit of Vengeance“ eines besseren belehren lassen. Der erste Auftritt Cages als Stuntfahrer Johnny Blaze, der seine Seele an den Teufel verkaufte und nun dazu verdammt ist, als unerbittlicher Motorrad-Rächer mit flammendem Totenschädel die Seelen verkommener Subjekte einzusammeln, wurde von der Kritik nahezu einhellig zerrissen. Die Verfilmung des Comics von Mark Steven Johnson, der selbst auch Regie führte, ist sicher kein Meilenstein, doch gab sie Cage den seltenen Raum, sein übertriebenes Schauspiel passgenau einbringen zu können. Aber selbst von solch wohlwollendem B-Charme ist das erschreckend miserable Sequel weit entfernt.

Die „Crank“-Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor lassen bei ihrer gestelzt düster-ironischen Inszenierung keine Peinlichkeit aus und führen die obligatorische (und einmal mehr völlig überflüssige) 3D-Optik durch angestrengt verwackelte Handkamera ad absurdum. Dem billigen Look entsprechend hat es den gequälten Johnny nach Rumänien verschlagen, wo der Teufel in fragiler Menschengestalt (Ciarán Hinds, „Dame, König, As, Spion“) nach dem jungen Danny (Fergus Riordan) fahndet, in dessen Körper ihm die irdische Wiedergeburt möglich ist. Mit Nadya (Violante Placido, „The American“), der Mutter des Knaben, sowie Kirchenkrieger Moreau (Idris Elba, „The Wire“) versucht Johnny die drohende Apokalypse zu verhindern und obendrein die eigene Seele zu retten.

Die Besetzung um Chargen-Häuptling Cage, zu der auch Johnny Whitworth („Gamer“) als pestilenter Handlanger des Teufels sowie (der tief gesunkene) „Highlander“-Star Christopher Lambert als gesichtsbemalter Sektenführer zählen, agiert kollektiv miserabel und muss sich obendrein Dialogzeilen zum fremdschämen („Du bist die Leihmutter des Teufels“) an die Köpfe ballern. Die soliden Computereffekte können die uninspirierte Horror-Action und erst recht das lächerlich blöde Skript keineswegs aufwiegen. Von zwei gelungenen Scherzen (siehe Jerry Springer und die Unverwüstlichkeit des Twinkie) abgesehen ist „Ghost Rider 2“ eine bodenlose Unverschämtheit – und wäre in der Videothek vom Fleck weg allemal besser aufgehoben gewesen als im Kino.

Wertung: (2 / 10)

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