Ghost of Tom Joad – Black Music (2011, Richard Mohlmann Records)

ghost-of-tom-joad-black-musicÜber schlechte Presse kann sich das Münsteraner Trio GHOST OF TOM JOAD eigentlich nicht beklagen. Mit ihrem Einstand „No Sleep Until Ostkreutz” noch als Geheimtipp verschrien, wurden mit „Matterhorn” neue Wege beschritten. Genau dies trifft nun in Teilen auch auf das dritte Werk in gerade einmal knapp fünf Jahren Bandgeschichte zu. Indie steckt natürlich noch immer drin, nur das sich die Wave, Pop und 80’s-Anleihen im Post-Punk deutlich vermehrt haben.

„You Feeling So Alive“ schmettert Sänger Henrick im Opener „Black Music“, der grundsätzlich auch von einem der großen 80er-(Pop-)Entertainer stammen könnte. Und genau so klingt auch der Song bzw. das gesamte Album. Vor allem im Refrain wird der unglaubliche Wiederkennungswert des Openers mehr als deutlich, wobei die Eigenständigkeit dieser Band jederzeit gleichermaßen zur Geltung kommt. Gerade in den Refrains aber offenbaren sie ungemeines Hitpotential, ohne anbiedernd oder konstruiert zu wirken. „My Body is a Drum Machine“ fährt hypnotisch wirkende Synthie-Klänge auf, während „Just a Dog“ urplötzlich mit einem verzerrten Gitarren-Solo überrascht. Über allem steht aber diese fast unscheinbar wirkende, unaufgeregte Soundkulisse, die jedoch eine unglaubliche Spannung und Sogwirkung entfacht. Gerade in der ersten Hälfte geben sich potentielle Hits die Klinke in die Hand, wie bspw. das tolle „Snow in the Summertime”.

Nach gerade einmal 30 Minuten haben GHOST OF TOM JOAD dann aber schon ihr Pulver verschossen. Was genau einem danach so die Sprache verschlägt, darüber geben erst die nächsten Auseinandersetzungen mit „Black Music” langsam aber sicher Aufschluss, denn mehr und mehr steigert sich die Begeisterung für dieses Album. Es ist diese eigene, zeitlose Art Pop, Rock und Wave zu kombinieren, was bei vielen anderen Künstlern oder Bands einfach plump klingt. Verglichen damit schwebt bspw. das ruhige und unglaublich einnehmende „Midnight Marauder“ in seiner ganz eigenen Welt. Für meinen Teil schon jetzt ein Anwärter auf den Song des noch jungen Jahres, was natürlich auch auf „Black Music” als Ganzes zutrifft. Einfach großartig!

Wertung: 8.5 out of 10 stars (8,5 / 10)

 

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