Get Smart (USA 2008)

get-smart-2008Alte Besen kehren gut. In Hollywood ist diese Weisheit längst in Fleisch und Blut der großen Studios übergegangen. Und so werden in gebotener Regelmäßigkeit Unterhaltungskonzepte von früher zeitgemäß aufbereitet. Erwischt hat es nun auch die TV-Reihe „Get Smart“ (im Deutschen „Mini Max“), die von Mel Brooks und Buck Henry erdachte Agenten-Persiflage aus den mittleren Sechzigern. Komödien-Routinier Peter Segal („Die Wutprobe“) dirigiert in der Kinoversion eine stattliche Starriege durch ein kurzweiliges, insgesamt aber oft einfach ideenloses Abenteuer.

Wäre es nicht um Hauptdarsteller Steve Carrell („Dan – Mitten im Leben“), ein Großteil der situativen Scherze würde wohl einfach ins Leere laufen. Der sympathische Mime aber darf sich als Geheimdienst-Analytiker Maxwell Smart im ersten Außeneinsatz voll austoben – inklusive zweckfreier Tanzeinlage und aufwändigem Actionüberschuss. Originell ist das nicht, gemessen am artverwandten „Pink Panther“-Remake aber immerhin erfreulich unpeinlich. Das liegt auch an Nebenakteuren wie Alan Arkin, der mit Carrell bereits in „Little Miss Sunshine“ spielte.

Er gibt Smarts Vorgesetzten, der den beispiellos akribischen Abhörspezialisten der Geheimdienstbehörde CONTROL ungeachtet seiner Qualifikationen nicht für den Außendienst befördern will. Seine Chance erhält der Bürohengst trotzdem. Als nämlich das Verbrechersyndikat KAOS, befehligt vom Terroristen Siegfried (verschenkt: Terence Stamp, „Elektra“), die Identität der Spione lüftet, bleibt neben Agent 99 (Anne Hathaway, „Der Teufel trägt Prada“) einzig Max übrig. Nur hat der vor allem mit dem eigenen Feuereifer zu ringen.

Die Nummernrevue komödiantischer Verstrickungen, in der sich auch Dwayne Johnson („Doom“) als Superagent selbstironisch geben darf, nimmt den Weg des geringsten Widerstands. Auf satirische Spitzen wird weitgehend verzichtet, dafür eine bewährte Mischung aus Action und Klamauk aufgefahren. Der Vorlage wird über skurrile Agenten-Gymmicks, das Schuhtelefon oder einen mäßig komischen Kurzauftritt von Bill Murray („Lost in Translation“) als stets getarnter Agent 13 die Treue gehalten, viel mehr als auf Hochglanz polierte Standardkost kommt dabei jedoch nicht heraus. Für nette Kurzweil ist also gesorgt. Mehr aber auch nicht.

Wertung: 6 out of 10 stars (6 / 10)

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