Gesetz der Rache (USA 2009)

gesetz-der-rache„Lieber etwas Gerechtigkeit als gar keine.“ Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx, „Ray“) verkauft den Prozess gegen zwei Verbrecher als Sieg der Justiz. Ein Jahr zuvor drangen die Angeklagten ins Haus der Familie von Ingenieur Clyde Shelton (Gerard Butler, „Gamer“) ein und töteten seine Frau und die gemeinsame Tochter. Doch die erdrückendsten Beweise drohen vor Gericht nicht zugelassen zu werden. Also schließt Nick mit einem der Täter einen strafmildernden Deal, der dem anderen die Giftspritze einbringt. Für Clyde ein Affront, schließlich wird nicht der wahre Mörder, sondern lediglich dessen Komplize hingerichtet.

Ein fehlbares Rechtssystem als Brutstätte von Selbstjustiz bürgt stets für Filmwerke mit Zündstoff. Bei F. Gary Grays („Verhandlungssache“) perfidem Thriller „Gesetz der Rache“ begnügt sich der von der Judikative betrogene Vater und Ehemann allerdings nicht mit dem Tode der eigentlichen Schuldigen. Bereits nach kaum einer halben Stunde sind Jahre vergangen und beide grausam zur Strecke gebracht. Die Exekution des einen gerät zur unmenschlichen Tortur, den anderen foltert und zerstückelt der rachsüchtige Clyde ohne jede Gefühlsregung. Doch das ist erst der Anfang.

Die folgende Verhaftung ist lediglich Teil eines ausgeklügelten Plans, das korrumpierte System, das ihn und seine Familie im Stich ließ, leiden zu lassen. Mit advokatischen Winkelzügen führt Clyde die Gerichtsbarkeit ad absurdum und verstrickt Nick in ein Psycho-Duell, bei dem der Eingesperrte über Gefängnismauern hinweg mit den Verantwortlichen abrechnet. In zynischen Gegengeschäften wiegt er Annehmlichkeiten mit Menschenleben auf und entblößt die Manipulierbarkeit des Rechtsstaates. Die hochtechnisierten Methoden, mit denen Richter und Verteidiger zu Tode gebracht werden, würden dabei selbst James Bond neidisch stimmen.

Die Ambivalenz, mit der Butler seinen kompromisslosen Feldzug durchzieht, verleiht ihm eine grausame Faszination, bei der Foxx’ arroganter Rechtsgelehrter nicht mithalten kann. Clyde spielt seine Trümpfe in aller Genüsslichkeit aus und entledigt sich eines Zellennachbarn schon mal mit dem Knochen eines edlen Steaks. So packend sich die reichlich konstruierte Ausgangssituation präsentiert, so plakativ und ungelenk zerrt das Skript von „Ultraviolet“-Macher Kurt Wimmer seinen Rächer in die Klimax eines terroristischen Anschlags. Das brutale Moralstück gelangt im haltlos übertriebenen und arg ideenlosen Finale völlig aus dem Tritt und opfert die Figuren einer banalen Lehrstunde, bei der das System letztlich doch triumphiert. Ein spannender, wenn auch reichlich dick aufgetragener Thriller mit fahrlässig doofem Ausklang.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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