Gelegenheit macht Liebe (USA 2003)

gelegenheit-macht-liebeDer recht langweilige und ein gänzlich unspektakuläres Leben führende Paul (Jason Lee) ist nur noch wenige Tage vom Gang vor den Traualtar entfernt. Davor steht allerdings der ausufernde Junggesellenabschied. Bei diesem kann sich Paul zwar nicht unbedingt so amüsieren, wie man es vermuten darf, dies könnte aber auch an seinen zahlreichen Freunden und Verwandten liegen, die ihm etliche nützliche Tipps mit auf den weiteren Weg geben wollen. Darauf bedacht, keine Dummheiten zu begehen, unterlässt Paul den auf solchen Veranstaltungen üblichen Sturztrunk, findet sich jedoch am nächsten Morgen ziemlich lädiert in seinem Bett wieder. Zu seiner großen Überraschung ist er dort aber scheinbar nicht allein angekommen, denn neben ihm liegt eine nackte wie sehr attraktive Blondine.

Ein Anruf seiner zukünftigen Schwiegermutter holt Paul aber schnell wieder zurück in die Realität, denn seine Verlobte Karen (Selma Blair) dürfte nach deren Aussage in wenigen Minuten den Ort des Geschehens betreten. Die Unbekannte und auf den Namen Becky (Julia Stiles) hörende Schöne wird kurzerhand aus der Wohnung geworfen, kann nur mit einem Hawaii-Röckchen bekleidet aber erst noch für Aufsehen auf dem Hausflur sorgen. Nun heißt es aber Vorsicht, denn die Geschehnisse der letzten Nacht sollten die zukünftige Ehe nicht gefährden und so verstrickt sich Paul im weiteren Verlauf in immer neue Lügen und Erklärungen. Zudem kann er die Nacht nicht so einfach vergessen und vor allem die Tatsache, dass Becky eine Cousine von Karen ist, erleichtert nicht unbedingt seine Situation.

Braucht die Welt eigentlich noch mehr standardisierte Liebeskomödien? Kann sich Hollywood die nicht mehr zu überblickende Anhäufung von Allerwelts-Liebesschmonzetten nicht einfach sparen? Scheinbar nicht, denn immer noch erblicken in regelmäßiger Folge eben solche das Licht der Leinwand und beeindrucken lediglich durch ihre allenfalls recht lieblos heruntergekurbelten Klischees und einer Erzählfolge nach Schema F. Gerade in den letzten Jahren nutzte sich das Genre immer mehr ab, lediglich wenige Lichtblicke wie „Sweet Home Alabama” oder „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen” sorgten außerhalb von Lopez, Ryan und Co. für Kurzweil. „Gelegenheit macht Liebe” hätte dann rein nüchtern betrachtet vielleicht ganz nett werden können, denn mit Jason Lee („Mallrats”), Julia Stiles („10 Dinge, die ich an Dir hasse”) und Selma Blair („Eiskalte Engel“) kann der Film eine durchaus ansehnliche Darstellerriege auffahren, so dass thematische Ermüdungserscheinungen gern übersehen werden können.

Doch genau dies ist leider nicht der Fall und gerade Jason Lee zeigt eine fast einschläfernde Performance. Doch auch Julia Stiles mangelt es an Esprit und Spielfreude, während Selma Blair gewohnt die etwas zurückhaltende Frau im Hintergrund mimt. Statt es auf Wortwitz ankommen zu lassen, quält TV-Regisseur Chris Koch („Malcom mittendrin“, „Scrubs – Die Anfänger“) den Zuschauer mit Blödeleien auf „American Pie“-Niveau. So darf sich Jason Lee mit Filzläusen herumplagen, was ihn in ach so lustige Situationen auf der Arbeit oder in einer Apotheke bringt. Auch das halbe Kilo Haschisch, das unter das Familienessen gemischt wurde, verfehlt seine Wirkung nicht, weder bei den Darstellern, noch beim Betrachter des harmlosen wie belanglosen Spaßes. Das zudem bereits nach wenigen Minuten der Rest des Films mehr als nur zu erahnen ist, sollte nicht näher beleuchtet werden und auch eine moralisch einwandfreie Rede des Sünders zum Ende hin darf natürlich nicht fehlen. Ohne Frage einer der schlechteren Vertreter seiner Art, der wohl selbst die eisernsten Fans solcher Schnulzen auf eine mehr als harte Probe stellen wird.

Wertung: (4 / 10)

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