G.I. Joe – Die Abrechnung (USA/CDN 2013)

GT Master bill.typeWenn Hollywoods Drehbuchautoren nichts mehr einfällt, müssen eben Spielzeug-Konzepte („Transformers“) oder Jahrmarktattraktionen („Fluch der Karibik“) als Ideengeber herhalten. In dieser höchst erfolgreichen, meist jedoch wenig rühmlichen Tradition steht auch „G.I. Joe“. Basierend auf der ersten Actionfigur der Spielzeuggeschichte und mehr noch dem über die Jahrzehnte um sie herum gewachsenen Franchise, entstand 2009 ein erster Realfilm. Der richtete sich der Vorlage entsprechend vorrangig an männliche Teenager und fand in deren Kreisen auch den gewünschten Anklang. Eine Fortsetzung war daher bald beschlossene Sache.

In der geht der Kampf der titelgebenden Spezialeinheit gegen den nach Allmacht strebenden Cobra-Geheimbund in die nächste Runde. Doch der US-Präsident (Jonathan Pryce, „Fluch der Karibik“) wurde durch ein kriegstreiberisches Double ersetzt, das die „Joes“ in eine Falle lockt und nahezu auslöschen lässt. Dabei stirbt auch Anführer Duke (Channing Tatum, „21 Jump Street“), was Freund Roadblock (Dwayne Johnson, „Faster“) auf Rache sinnen lässt. Zwar bleiben ihm für die Rettung von Ehre und Vaterland nur wenige Gefährten (u.a. Adrianne Palicki, „Red Dawn“), dafür greift der pensionierte Truppengründer Joe Colton (Bruce Willis, „R.E.D.“) noch einmal für die gerechte Sache zur Waffe.

Aus dem Verborgenen heraus nehmen sie den Kampf gegen den Cobra Commander (Luke Bracey) und seine mit bekannten Gesichtern wie Ray Stevenson („Punisher: War Zone“), Arnold Vosloo („Die Mumie“) und Byung-hun Lee („The God, the Bad, the Weird“) bestückte Gefolgschaft auf. Dabei reiht Regisseur Jon M. Chu („Step Up 3D“) eine aufwändig gestaltete und mit reichlich Pyro-Zunder versehene Actionsequenz an die nächste. Allein, die konstante Flachheit lässt sich damit kaum übertünchen. Eine Überraschung ist das wahrlich nicht, nur wird aus der Präsenz von Genre-Recken wie Johnson und vor allem Willis fatalerweise wenig Kapital geschlagen.

Klar, laut genug scheppert es im zweiten „G.I. Joe“-Realfilm ohne jede Frage und die Zerstörung Londons durch einen von Cobra zur Unterwerfung der freien Welt entwickelten Satelliten ist tricktechnisch auf der Höhe der Zeit. Doch selbst wenn es insgesamt ruppiger als im Vorgänger zugeht, bleibt der Spaßgehalt bei diesem patriotischen Blockbuster mit hektischer Kameraführung relativ überschaubar. Wen es nach substanzlosem, recht beliebig seiner Wege plätscherndem Hollywood-Einerlei gelüstet, der wird von diesem eilig abgehandelten Schaulaufen papierflacher Action-Abziehbilder solide bedient. Dem eigenen Anspruch mag der Film damit vollauf gerecht werden, Merkmal gesteigerter Qualität ist das aber ganz sicher nicht.

Wertung: (5 / 10)

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