Für immer Shrek (USA 2010)

fuer-immer-shrekAller guten Dinge, so sagt der Volksmund, sind drei. Im Falle von Shrek, dem liebenswerten grünen Oger, waren drei allerdings schon (mindestens) einer zu viel. Was als herrlich anarchischer Strich gegen Märchen-Klischees und die Tonart von altbewährtem Disney-Kitsch begann, erfüllte spätestens mit „Shrek der Dritte“ all das, was die Dreamworks Animationsstudios ursprünglich parodieren wollten. Was das für „Für immer Shrek“, den bereits im Vorfeld als Abschluss deklarierten vierten Film der Reihe bedeutet, liegt augenscheinlich auf der Hand.

Wer den vertanen Chancen der zweiten Fortsetzung nachtrauerte, wird auch diesmal nicht vollends zufrieden sein. Gefühlsduselei und die Vermittlung simpler moralischer Prinzipien scheinen auch in Shreks Märchenland längst zum guten Ton zu gehören. Auf turbulentem Wege darf das einst gefürchtete Monster (im Original wiederum von Mike Myers vertont) darum lernen, dass das von ihm als langweilig empfundene Leben als Familienvater doch eigentlich die Erfüllung ist. Vor der Lektion steht jedoch der Wunsch nach dem Ausbruch, der, genährt vom täglichen Trott aus Windelwechseln und seinen Sumpf überflutenden Touristenhorden, zum Streit mit Gattin Fiona (Cameron Diaz) führt.

Die Gunst der Stunde nutzt Rumpelstilzchen (im Deutschen mit der Stimme von Komiker Bernhard Hoecker), indem er Shrek einen magischen Vertrag aufschwatzt, der dem Oger einen Tag in das Bauernvolk terrorisierender Freiheit verschafft. Im Gegenzug fordert der durchtriebene Gnom, der endlich die Chance gekommen sieht, das Königreich Far Far Away an sich zu reißen, einen vergangenen Tag aus Shreks Leben. Dass die Wahl ausgerechnet auf den seiner Geburt fallen könnte, kommt dem Oger nicht in den Sinn. Und so staunt er nicht schlecht, als ihn Freund Esel (Eddie Murphy) nicht mehr erkennt, der gestiefelte Kater (Antonio Banderas) zum fetten Hauskätzchen mutiert ist und Regent Rumpelstilzchen seine Hexen aussendet, um den grünen Hünen einzufangen.

Denn Shrek kann den magischen Vertrag durch eine versteckte Ausstiegsklausel nachträglich annullieren. Dafür aber bedarf es eines Kusses seiner wahren Liebe vor Ablauf der Tagesfrist. Andernfalls, schließlich wurde er in der alternativen Realität nie geboren, wäre seine Existenz hinfällig. Doch Fiona erweist sich als kriegerische Anführerin einer revoltierenden Ogerbande und hat sich statt der Liebe dem Sturz des despotischen Herrschers verschrieben. Die sich bis zum Happy End zuspitzenden Turbulenzen versetzt Regisseur Mike Mitchell („Sky High“) mit Tempo und sehenswerten 3D-Tricks. Überzeugender als der direkte Vorläufer ist das allemal, wenn große Ideen und anspielungsreiche Gags auch die Ausnahme bleiben. Shreks Wunsch nach Abwechslung kann man als Zuschauer damit durchaus nachvollziehen. Ein solider, aber keinesfalls herausragender Abschluss einer letztlich zu konformen Saga.

Wertung: (6 / 10)

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