Frostbite (USA 2004)

frostbiteWas wiegt schwerer, die mindere Qualität von Filmen oder deren Distribution? Wie auch immer die Antwort ausfällt, „Frostbite“ bleibt eine Ohrfeige für jeden humorvollen Menschen. Man braucht kein Niveau, keine Erwartungen, ja nicht einmal der Vollsuff mag helfen, um in Jonathan Schwartz’ Videoproduktion mehr zu sehen als einen Totalausfall. ´Witz komm’ raus´ hallt es durchs Heimkino. Die Resonanz bleibt aus. Vorspulen erleichtert, die Erlösung aber bringt nur das vorzeitige Ausschalten.

Eine Handlung gibt es auch. Sie bleibt vage, eher das pure Nichts. Das wäre nicht einmal ungewöhnlich, wenn es denn zumindest ein paar Lacher zu vermelden gäbe. Gibt es aber nicht. Statt dessen ist da Slacker Billy Wagstaff (Adam Grimes, „Big Bad Wolf“), den es an die renommierte Pine Mountain Academy für Snowboarder verschlägt. Mit harter Hand geleitet wird die vom ehemaligen Militärschleifer Jaffe (John Carpenter-Obligat Peter Jason, „Flucht aus L.A.“), dessen nymphomane Tochter Winter (Baelyn Neff, „Driftwood“) die Hormone der wenigen Schüler in Wallung bringt.

Die Auszubildenden bedienen Nationenklischees und Fäkalscherze. Alles nur halbherzig, nichts zu Ende gedacht. Zu den – aufgepasst – anzüglichen Zoten passt das Gastspiel von Ex-Pornosternchen Traci Lords („Blade“). Es heißt einiges, wenn sie zu den besseren Akteuren eines Films zählt. Konflikte treten auf, die mit Figuren einher gehen, die weder Charme noch Witz ausstrahlen. Szenen werden einfach aneinandergereiht. Ob das tatsächlich ernst gemeint ist? Hoffentlich nicht.

So entspinnt sich eine elend billige und gänzlich ideenlose Komödie, deren Konzeption vermutlich in den Schnee gepinkelt wurde. Dazu gibt es die peinlichste deutsche Synchronisation seit „Wishmaster 4“. Wirklich erträglich, so viel sei gesagt, wird es mit dem gnädigeren englischen Original aber auch nicht. Den Schaden mindern einzig die Snowboard-Stunts und der dazu abgespulte Pop-Punk-Soundtrack. Ob das jedoch die Rezeption dieser Film gewordenen Katastrophe rechtfertigt, muss ernsthaft in Frage gestellt werden.

Wertung: (1 / 10)

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