Freya – Lift the Curse (2007, Victory Records)

freya-lift-the-curseEs geht direkt los, voll auf die Zwölf. Ohne schleichendes Intro, ohne um Atmosphäre heischenden Vorlauf. FREYA liefern endlich wieder eine Platte aus dem Hause Victory, die sich nicht um überkandidelte Atmosphärenschindung und Schminktipps im Bandfotoformat schert. Im Vordergrund steht die Musik. Und die wirft mit harten Brocken um sich. Dass sich ausgerechnet eine Band auf alte Label-Stärken besinnt, deren Mitglieder in Teilen selbst an der Errichtung jenes frühen Gütesiegels beteiligt waren, spricht für sich selbst. Damals setzten EARTH CRISIS Maßstäbe. Aber das ist Schnee von gestern. Heute wirbeln FREYA Staub auf – nicht minder beeindruckend und mit einer Präsenz, in deren Schatten ein Großteil der austauschbaren Victory-Kollegen vor Scham dahinwelken müsste.

Fast vier Jahre sind seit dem Debüt „As the Last Night Drains“ ins Land gezogen. Jetzt ist die Zeit gekommen, die Messlatte für modernen Hardcore mit der Rückbesinnung auf die Stärken der Vergangenheit neu auszurichten. Was der Name FREYA verspricht, das hält der zweite Langspieler „Lift the Curse“. Geblieben sind die rockigen Melodien, überspielt von der kompromisslos moshenden Melange aus Metal und Hardcore. Dazu kommen vereinzelt klar gesungene Passagen, die das Gesicht der Platte aber nicht zum Kniefall vor die Emo-Fraktion bewegen. Dafür sprechen auch die düsteren Texte, nicht zuletzt das von biblischen Motiven inspirierte Cover – inklusive seines klug vergegenwärtigten Pendants auf der Rückseite. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sich andere Victory-Kapellen von diesem exemplarischen Schulterschluss der Generationen inspiriert fühlen. Es könnte die lang vermisste Frische zurückbringen.

Wertung: (7,5 / 10)

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