Frequently Asked Questions About Time Travel (GB 2009)

faq-about-time-travelZeitreisen beschäftigen die Menschheit nicht erst seit H.G. Wells. Was spräche auch dagegen in Vergangenheit und Zukunft zu reisen? Man könnte Hitler stoppen und die Welt vor so viel Übel bewahren. Soweit zum Wunschdenken. Denn echte Nerds wissen längst, dass Eingriffe in den Lauf der Geschichte arge Folgen für das Raum-/Zeit-Kontinuum haben können. Aber ergibt das überhaupt Sinn? Fragen gibt es viele. An immerhin ein paar Antworten versucht sich die britische Science-Fiction-Komödie „Frequently Asked Questions About Time Travel“.

Die dreht sich um die drei Freunde Ray (Chris O’Dowd, „The IT Crowd“), Pete (Dean Lennox Kelly, „Sorted“) und Toby (Marc Wootton, „Nativity“), die nach einem Kinobesuch über die Qualität des Films und – dank des unlängst als Vorführer einer futuristischen Themenparkattraktion gefeuerten Ray – die Möglichkeit von Zeitreisen diskutieren. Im nahen Pub macht Science-Fiction-Geek Ray die Bekanntschaft der hübschen Cassie (Anna Faris, „Scary Movie“), die ihn ohne Umschweife in ein Gespräch über (na klar) Zeitreisen verstrickt. Während sich der entzückte Ray einem Streich seiner Kumpel ausgesetzt wähnt, beginnt mit Petes Gang zur Toilette eine Serie bizarrer Ereignisse.

Beim Verlassen des Klos findet er die Bar verwüstet und mit Leichen (inklusive der eigenen) übersät vor. Ein neuerlicher Gang aufs stille Örtchen kehrt den Vorgang um. Natürlich glauben Ray und Toby kein Wort, der gemeinsame Selbstversuch stürzt sie jedoch in ein turbulentes Abenteuer jenseits logischer Grenzen. Zu helfen weiß indes Cassie, die aus der Zukunft kommt und von Berufs wegen Zeitlöcher stopft. Sie klärt das Trio auch über die Editors auf, terroristische Zeitreisende, die berühmte Persönlichkeiten vor ihrem Durchbruch töten. Es scheint zwar nicht einfach zu glauben, aber auch Ray und seine Gefährten gelten in kommenden Tagen als wichtige Berühmtheiten.

Der von TV-Regisseur Gareth Carrivick (u.a. „Two Pints of Lager and a Packet of Crisps“) inszenierte Filmspaß jongliert überraschend clever mit wortreich ausgeführter Typenkomik und einschlägigen Klischees des fantastischen Kinos. Anfangs beschränkt sich der Handlungsspielraum auf verschiedene Variationen der Pub-Interieurs, trotz überschaubarem Budget weitet sich die Suche nach einem Weg zurück in die Gegenwart aber zur einfallsreich visualisierten und nett getricksten Genre-Hommage aus. Der Humor ist trotz der Produktionskooperation zwischen BBC und dem US-Sender HBO very british. Mit viel Witz und Tempo erzählt Carrivick die Geschichte in kaum mehr als 80 Minuten aus. Ein Nachschlag darf – nicht allein aufgrund des Finals – aber gern serviert werden.

Wertung: (7 / 10)

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