Freitag der 13. Teil 2 (USA 1981)

freitagder13teil2Da war Staunen im Walde, als der bemooste Mongoloid Jason am Ende von „Freitag der 13.“ aus dem Wasser schnellte und einen Oho-Effekt zum Grölen durchs Kino schickte. Zumindest anno dazumal, als die Welle der Leinwandschlitzer noch nicht Gähnfaktor 12 erreicht hatte. Von dem nur unweit entfernt ist bereits die ein Jahr nach dem Überraschungserfolg kredenzte Fortsetzung, bei der vor lauter Routine schon alles beim Alten ist. Die einzige Neuerung ist der Mörder, denn diesmal darf der zwischendurch ausgewachsene Jason selbst Hand ans Schneidwerkzeug legen und meucheln, wer nicht schnell genug „Camp Blood“ röhren kann.

Zum Auftakt reicht erst mal Alice (Adrienne King), einzige Überlebende aus dem Original, den Löffel, was vom unbekannten Anrufer bis zur durchs Fenster hopsenden Katze Klischees reitet, bis der Arzt kommt. Der aber lässt sich vom ollen Jason vertreten, der erst mal nur die Füße zeigt und eine Begründung für sein Erscheinen in der weiten Stadt schuldig bleibt. Darum geht es kurz darauf auch in der Heimat weiter, wo unweit des berüchtigten Camp Crystal Lake eine Gruppe Jugendlicher für die Sommersaison als Betreuer fit gemacht wird. Lange dauert es erwartungsgemäß nicht, bis allerhand zweckentfremdete Gegenstände in die Körper des Frischfleischs getrieben werden.

Gestrenge Sittenwächter stutzten Steve Miners („House“) Teenie-Tilgung schon vor dem Kinostart um die heftigsten Szenen. Übrig blieb viel Andeutung und wenig Zählbares, was der Exploitation früh den Saft abdreht und überflüssiger Suggestion Raum schafft. Die Spielfilmlänge gewährleistet ein üppiger Rückblick auf den Vorläufer, was nur Sinn wegen des abgeschlagenen Kopfes von Mutter Voorhees ergibt, den der Sohnematz in der Hobby-Heimwerker-Laube im tiefen Wald anheult. Ansonsten gibt es wenig Tempo und viele Vorhersehbarkeiten. Selbst Ralph, der versoffene Dorfprophet, darf wieder Verdammnis salbadern, bis auch ihn endlich der überfällige Zwangstod ereilt.

Ohne im Karriereaufwind verheiztes Starfutter fehlt dem Film auch schauspielerisch ein Wachmacher. Ein paar Fetzen nackte Haut und Jasons zur schmucken Kopfbedeckung erkorener Kissenbezug reichen nicht aus, selbst wenn der Showdown in des Killers Baracke nicht einmal schlecht geraten ist – inklusive neuerlicher Open End-Pointe. Der unleidlichste Vertreter seiner Art ist „Freitag der 13. Teil 2“ sicher nicht. Ein echter Trost für Dienst nach Vorschrift ist das aber kaum.

Wertung: 4 out of 10 stars (4 / 10)

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