Freitag der 13. – Das letzte Kapitel (USA 1984)

freitagder13teil4Der Traditionalismus der „Freitag der 13.“-Nachklapps gebar mit Teil vier seine beste Fortsetzung. Wie der direkte Vorläufer erschien den bundesdeutschen Jugendschützern auch „Das letzte Kapitel“ derart heftig, dass der Indizierung raschen Fußes der Beschlagnahmebeschluss folgte. Die gegenwärtige Maßgabe filmischer Gewaltdarstellung verweist diesen Schritt zwar aufs Altenteil der moralisch umkämpften Neunzehnachtziger, harter Hand geht es in Joseph Zitos („Missing in Action“) bierernstem Teenie-Geschnetzel aber allemal ans Eingemachte.

Zuerst aber muss Jason Voorhees, mittlerweile zur stilbildenden Eishockeymaske gelangt, von den Toten auferstehen, im Krankenhaus erste Opfer hinterlassen und sich zurück an den Chrystal Lake begeben, wo bereits die nächsten Camper zur fachgerechten Zerlegung bereit stehen. Dabei offenbart der Film Hang zur bitteren Ironie, wenn der leibesfülligen Tramperin am Straßenrand von hinten eine Klinge durch den Hals fährt und sie dabei mit der Faust die Banane in der Hand zerdrückt. Als ihre maximal erreichbare Nähe zum Sex wird das Prinzip der Todesweihe der sexuell sichtbar Aktiven ausgesetzt. Das hat Pfiff.

Und siehe da, plötzlich sind auch die bekannten Gesichter zurück. Crispin Glover („Zurück in die Zukunft“) mischt sich unter die Opferschar und der (seinerzeit) angehende Teen-Star Corey Feldman („Stand by Me“) gibt den vor Morbidität sprühenden Nachbarsjungen Tommy. Die derben Splattereffekte besorgte Tom Savini („Zombie – Dawn of the Dead“), der bereits beim Original Hand an offene Wunden und spritzendes Blut gelegt hatte. Mit ihm kehrt der Einfallsreichtum zurück, der diese schnörkellos erzählte Fleischplatte um manch graphischen Schockmoment bereichert.

Den Knalleffekt spart sich Savini für den auch atmosphärisch gelungenen Schluss auf, wenn die Schneide einer Machete seitwärts durchs Auge in den deformierten Schädel Jasons eindringt. Wesentlich vergrößert wird der Schnitt, als er zu Boden geht und langsam an der Klinge hinabgleitet. Das wirkt nach. Mit einem Mindestmaß an Nervenkitzel, grimmiger Gewalt und unfreiwilliger Komik – Glover hinterlässt mit seiner abstrusen Tanzeinlage einen Schenkelklopfer der erinnerungswürdigen Art – verbucht „Das letzte Kapitel“ einen deutlichen Überhang an Pluspunkten. Ein regelrecht vorbildlicher Slasherfilm.

Wertung: (6 / 10)

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