Freibeuter des Todes (USA 1980)

freibeuter-des-todesManch großer Schauspieler hat Filme im Repertoire, die ihn in wenig rühmlichem Licht erstrahlen lassen. Erste Gehversuche sind dabei zu vernachlässigen, denn egal ob Billighorror oder Sexposse, sie waren jung und brauchten das Geld. Auch die Torheiten des Alters sind durch oft chronische Unterbeschäftigung gnädig zu übersehen. Nein, am schwersten wiegen solche Kapriolen, die sich in die Hochphase des Erfolges schleichen und die meist stumpfes Genrekino bedienen, bei dem der Gehaltsscheck die mindere Qualität des Stoffes tüncht. Ein solcher Fall ist „Freibeuter des Todes“.

Das Kostümfest der Heiterkeit geht auf Roman und Drehbuch von Peter Benchley zurück, der immerhin die Vorlage zum Klassiker „Der weiße Hai“ lieferte. In der Hauptrolle des 1980 produzierten Potpourri aus Abenteuer, Horror und Actionfilm tummelt sich Michael Caine („Hannah und ihre Schwestern“), dessen zwei Oscar-Statuetten sich ob dieser Darbietung eigentlich vor lachen kringeln müssten. Das gilt unweigerlich auch für den Zuschauer, der, wenn er denn will, über 109 Minuten die Zeit seines Lebens verbringen kann. Stören könnte nur der Kater am Morgen danach.

Die Ausflugssegler, die gleich zum Auftakt die Axt zu spüren bekommen, machen deutlich, dass im Bermudadreieck arges vor sich geht. Reporter Blair Maynard (Caine) wittert einen Knüller und macht sich mit Sohnemann Justin (Jeffrey Frank, „Blut und Ehre“) auf nach Florida. Einen Flugzeugabsturz und einen Angelausflug später ruft er den Fasching aus. Denn die Nachfahren einer plündernden Piratenhorde, befehligt vom altmodisch palavernden John David Nau (David Warner, „Tron“), gehen unter inseleigenem Gesetzbuch und strammem Ehrenkodex in der Karibik dem plündernden Tagwerk nach. Dazu ´ne Buddel voll Rum!

Dem Tod von der Schippe springt Maynard nur, weil sich Piratenbraut Beth (Angela Punch McGregor, „Survivor“) paarungswillig zeigt. Hosenmatz Justin ist das mittlerweile egal, er ist durch Gehirnwäsche und Kleidertakelage selbst zum Seeräuber mutiert. Nach diversen Fluchtversuchen von der Moderkopie der Schatzinsel rückt das Happy End erst in greifbare Nähe, als nach einer Explosion die Marine anrückt. Die zeigt während des baldigen Schwunds zwar wenig Gegenwehr, führt aber ein Maschinengewehr bei sich, mit dem der rastlose Reporter schlussendlich die Reihen der bärtigen Horde lichtet.

Bis es aber so weit ist, werden Urlauberkähne geentert, was auch einen Kung Fu-Kämpfer mit vor dem Bauch verknotetem Oberhemd zum Einsatz bringt. Der Unfug in diesem nicht eben preiswert produzierten Trash-Gewitter scheint grenzenlos, wobei die Fülle loser Enden glatt einem Teller Spaghetti Konkurrenz macht. So bleibt ein filmisches Kuriosum, das umso mehr Freude bringt, je ernster es sich nimmt. Für die altmodischen Seeräuber war der Caine am Ende ihr Schicksal. Dies Seemannsgarn ist ganz oller Käse, anbei aber auch ein Heidenspaß. Dank gebührt Koch Media für die schmucke DVD-Erstveröffentlichung dieses krausen Werks.

Wertung: (4 / 10)

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