Freddy’s Finale – Nightmare on Elm Street 6 (USA 1991)

nightmare6Anfang der 90er hatte Freddy Krueger in Rachel Talalays „A Nightmare on Elm Street 6 – Freddy’s Finale“ seinen vorläufig letzten Auftritt. Das Franchise war am Ende, es gab keine neuen Ideen, es blieb also nur die endgültige Vernichtung Kruegers. Ob Talalay allerdings die richtige Wahl gewesen ist – die zuvor schon als Produzentin bei „Nightmare“-Filmen tätig war und danach am ehesten noch durch den grellen „Tank Girl“ auffiel –, darf man gerne in Frage stellen. Wobei man ihr auch ein wirklich grauenhaftes Skript zur Verfügung stellte, so fair sollte man sein. Denn der sechste Teil setzt dem mittlerweile ohnehin schon bunten Schabernack um den Mann mit der Krallenhand sprichwörtlich die Krone auf.

Nach Jahren des Terrors hat es Freddy Krueger (Robert Englund) scheinbar geschafft. Fast alle Kinder sind tot, während die Erwachsenen in Springwood unter den psychischen Begleiterscheinungen leiden. Die Ursache für sein Handeln wird auch noch schnell erklärt. Man nahm ihm früher seine Tochter weg. Wobei genau dies nicht wirklich zu den Anfängen der Serie passen will, aber sei’s drum. Mittlerweile arbeitet diese – Maggie Burroughs (Lisa Zane) – als (natürlich!) Therapeutin, weit entfernt von den bisherigen Geschehnissen. Als sie aber von ihrer Vergangenheit erfährt, landet sie mit einigen Teenagern in Springwood. Nach nicht allzu langer Zeit steht Freddy auf der Matte, um über seine Tochter seinen Wirkungskreis über die Stadtgrenzen hinaus zu erweitern. Diese wiederum will ihren Vater endgültig vernichten.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. In diesem Falle ist es aber das Ende von „A Nightmare on Elm Street 6 – Freddy’s Finale“, welches mit einer Best-Of-Montage der gesamten Reihe endet. Bis dahin gibt es ein unterdurchschnittliches und nur selten zufrieden stellendes Ende zu sehen, dass im Wesentlichen auf Klamauk setzt statt auf einen versöhnlichen Abschluss der Traumthematik und der Vergangenheit Kruegers. Vor allem seine plötzlich auftauchende Tochter ist nur schwer in das Gesamtkonstrukt der Serie einzugliedern. Die Tötungsszenarien sind sicherlich amüsant und nett gestaltet – das gilt vor allem für die Hörgeräte-Szene –, doch irgendwie ist der Lack ab und Spannung will schon lange keine mehr aufkommen. Dafür hat sich die Figur des Freddy Krueger aber auch zu sehr vom düsteren Bösewicht entfernt.

Dafür konnten die Macher im Finale noch ein paar namhafte Gesichter vor die Kamera locken. Cameos von Johnny Depp oder Alice Cooper (als Freddys Vater) sorgen zumindest kurzfristig für ein kleines Aha-Erlebnis, unterstreichen aber letztlich auch den Entertainment-Faktor des Films, der gar keinen Horror aufkommen lässt. Seiner Zeit mag der Film lediglich mit dem in 3D gefilmten Ende voraus gewesen sein, den Ansprüchen der großen Fangemeinde wird Freddys Finale leider – wenn überhaupt – viel zu selten gerecht. Ein enttäuschender Abschluss.

Wertung: (5 / 10)

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