Frankenfish (USA 2004)

frankenfish„Das Haus hat sie erschossen. Das ist doch Wahnsinn.”

Eine Serie brutaler Morde erschüttert die Sümpfe Louisianas und gibt der örtlichen Polizei Rätsel auf. Zur Entschlüsselung der rätselhaften Vorfälle werden der Polizeimediziner Sam Rivers (Tory Kittles, „Tigerland”) und die Biologin Mary Callahan (China Chow, „The Big Hit”) an den unwirtlichen Tatort gesandt. Urplötzlich wird das Duo von einer unheimlichen Kreatur aus dem Wasser attackiert. Hastig flüchten die Ermittler in den vermeintlichen Schutz einer kleinen Ansiedlung von Hausbooten und deren Bewohnern. Zu ihrem Entsetzen muss die Gruppe jedoch alsbald erkennen, dass die blutgierige Kreatur Rivers und Callahan gefolgt ist. Während die Zahl der Opfer rasch ansteigt, macht sich eine kleine Gesellschaft wohl situierter Freizeitjäger auf, das gefährliche Monster zur Strecke zu bringen. Doch entpuppt sich das Biest nicht als Einzelgänger, sondern vielmehr als äußerst gefräßiges Trio mutierter Killerfische – die zu allem Überfluss auch noch in der Lage sind, ihrer Beute außerhalb des nassen Lebensraums nachzustellen.

Still war es geworden um „Spawn”-Regisseur Mark A. Z. Dippé, der nach seinem formal missglückten Erstling annähernd sieben Jahre verstreichen ließ, ehe er ein neues Projekt realisierte. Dass jenes ausgerechnet den Titel „Frankenfish” trägt, mag auf den ersten Blick wenig Hoffnung aufkeimen lassen. Doch ist der kurzweilige Streifen beiweiten nicht so dumm, wie es sein trashiger Titel vermuten ließe. Denn „Frankenfish” erweist sich als erstaunlich frisches B-Movie mit integrierter Spaßgarantie. Trotz der wiederholten Initiierung ausufernd bedienter Schemata nutzt Dippé den ausgeloteten Freiraum für die Förderung eigener Ideen in adäquatem Maße. Mehr freiwillig denn unfreiwillig komisch serviert der Streifen neben gediegener Atmosphäre und einem Mindestmaß an Spannung auch manch makabre Spitze. Und da Dippé als Fang des Tages auch noch ein gesunder Blutgehalt und passable Effekte ins Netz gehen, überragt sein launiger Genre-Mix artverwandte Monster-Movies des Schlages „Boa vs. Python” oder „Anacondas” um Längen.

Neben dem bewährten Beiwerk etablierter Klischees dient auch der wässrige Plot einzig der möglichst spektakulären Verköstigung seiner menschlichen Futtergaben. Doch auch diese agieren im Rahmen des wenig ernstzunehmenden Fundaments überraschend solide. Neben Denzel-Washington-Klon Tory Kittles steht u.a. Mark Boone Jr. („Trees Lounge”) auf der Speisekarte. Abgesehen vom schwachen Schlussdrittel und der kargen Auflösung ist „Frankenfish” straff inszenierter Videotheken-Dung für abseitige Feingeister. Auf den Spuren von „Tremors” zelebriert Mark Dippé sehenswerten wie ironiegetränkten Horror mit bissfesten Biestern, adäquatem CGI-Einsatz und der obligatorischen finalen Pointe. Doch muss bei realistischer Betrachtung eingeräumt werden, dass die Effekte auch unmöglich unterhalb der mageren Ausbeute von „Spawn” hätten residieren können.

Wertung: (6 / 10)

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