Fortress 2 (USA/LUX 1999)

fortress-2Streng genommen lebt der solide Sci-Fi-Knast-Thriller „Fortress“ von seinen rabiaten Gewalteinlagen. Über eine respektable Fangemeinde verfügt er dennoch. Aber auch deren Zuspruch dürfte mit der Fortsetzung von Routinier Geoff Murphy („Alarmstufe: Rot 2“) an seine Grenzen stoßen. Denn diese hat dem schon ursprünglich nicht gerade überraschenden Plot außer der Verlagerung des Geschehens in den Weltraum nichts Nennenswertes hinzuzufügen. Dabei lässt vor allem die Action die kompetente Machart und nicht zuletzt den Härtegrat des Originals vermissen.

Übrig bleibt eine simple Ausbrecherplotte, bei der Lamberts flüchtiger John Brennick nach Jahren erfolgreichen Untertauchens in den Wäldern von Schergen des totalitären Regimes aufgegriffen wird. Zur „Belohnung“ für die unerlaubte Nachwuchszeugung (und die Flucht aus dem ersten als unüberwindbar geltenden High-Tech-Knast) wird er ins All verfrachtet, wo nun eine Raumstation als Gefängnis ohne vermeintliche Ausbruchschance dient. Frau und Kind konnten sich jedoch verborgen halten, so dass sich Ex-Widerstandskämpfer John zumindest nur um die eigene Versehrtheit sorgen muss.

Aber auch die Haftbedingungen im Orbit sind kein Zuckerschlecken. Nicht nur, dass die Sträflinge durch in den Körper implantierte Sonden kontrolliert werden, sadistische Aufseher und Zwangsarbeit unter Schwerstbedingungen trüben den Knastalltag zusätzlich. Die erstbeste Gelegenheit nutzt John für einen Fluchtversuch, worauf ihn Direktor Teller (Patrick Malahide, „Die Piratenbraut“) hart bestraft. Aber wer einmal aus einem schier unüberwindbaren Kerker ausgebrochen ist, den schreckt auch die Entfernung zur Erde nicht. Und so schart John neuerlich (allesamt papierflache) Gefährten um sich und wagt weiterhin das Unmögliche.

Mehr als ein müdes Gähnen entlocken die episodisch abgespulten Fluchtpläne und -ausführungen dem Zuschauer nicht. Schauspieler, Effekte und Kulissen rangieren allesamt auf B-Niveau und neben Lamberts leidensfähigem Ausbrecher zieht es auch die Logik ohne Schutzanzug ins All. Aber einmal kurz die Luft angehalten und durch die nächste Schleuse zurück an Bord geschlüpft, der körperliche Schaden wird schon verschwindend gering ausfallen. Auch die verzichtbare Nebenrolle von Blaxploitation-Queen Pam Grier („Coffy“) vermag das akut reizarme Szenario nicht aufzuwerten. In den Weiten von Weltraum oder Videothekenkeller ist diese schale Thriller-Utopie damit immer noch am besten aufgehoben.

Wertung: (3,5 / 10)

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