Ford Fairlane – Rock ‘n’ Roll Detective (USA 1990)

ford-fairlaneEs gibt Filme, über die man auch nach dem zwanzigsten Mal noch herzhaft lachen kann. Eines dieser Werke ist (für mich) die 1990 entstandene Komödie „Ford Fairlane – Rock ´n´ Roll Detective”. In dieser völlig abgedrehten und überzogenen Macho-Krimi-Posse mimt die damalige Skandalnudel Andrew ‘Dice’ Clay den Privat-Schnüffler Ford Fairlane, der, wie es der Titel schon sagt, seine Fälle hauptsächlich in der Musikbranche sucht. Seine Klienten sind meist Musiker, die den versoffenen und schlecht gelaunten Ford nicht mit barer Münze, sondern mit Geschenken bezahlen. Mit einem Koala-Bären der INXS oder Drumsticks lassen sich das Lotterleben und Sekretärin Jazz (Lauren Holly) aber nicht bezahlen und so nimmt er den in harten Dollars vergüteten Auftrag der dubiosen Colleen Sutton (Priscilla Presley) dankbar an, ihre verschwundene Tocher Zuzu (Maddie Corman) zu suchen.

Die Auftrag stellt sich jedoch als nicht so ganz einfach heraus, was neben dem „Grinser” (Robert Englund), der Ford permanent ans Leder will, auch an Zeitgenossen wie Polizist Amos (Ed „Al Bundy” O’Neill) liegt. Dabei wird vom Fleck weg klar, dass Ford Fairlane Arschloch, Ober-Macho und Sexist in einer Person ist. Ausnahmsweise gelingt diese Mischung hier aber, was zu einem Großteil an Andrew ‘Dice’ Clay liegt, der völlig ungeniert und hemmungslos über alles und jeden herzieht. Nach diesem Film weiß man auch, warum er Ende der 80er von allen gehasst wurde, gehörten doch vor allem Minderheiten zu seinen bevorzugten Opfern und mehrere TV-Stationen kickten ihn aus ihrem Programm. Es ist schon bemerkenswert, wie dreist dieser Mann ist.

So reißt Clay einen Spruch nach dem anderen und schüttelt diese meist locker flockig aus dem Ärmel. Dabei hat er die Lacher eigentlich immer auf seiner Seite, auch wenn die deutsche Synchronisation die verbalen Eskapaden häufig glättet. Im Minutentakt gibt es Sprüche wie „Es gibt so viele Arschlöcher und so wenig Kugeln”, „Ich hab schon Katzen ficken hören, da war mehr Harmonie drin” oder „Sich mit Zuzu zu unterhalten war wie mit einem Käsehobel zu onanieren. Sehr anstrengend und sehr schmerzhaft”. Dies sind nur einige von vielen und vor allem seine wiederholten Begegnungen mit Ed O´Neill gehören eindeutig zu den Highlights des Films. Doch sind es auch solch kleine Dinge wie der wohl schlechteste Koalabär-Dummy aller Zeiten oder „Freddy Krueger”- Robert Englund, die für sehr witzige Momente sorgen.

Auch Priscilla Presley, die Witwe des „King”, spielt mit und selbst Rapper Tone Loc hat eine kleine Rolle. Der Action-Anteil hält sich in Grenzen. Die paar Faustkämpfe sind solide inszeniert, dafür darf Renny Harlin (Stirb langsam 2) bereits zeigen, das er auf Explosionen wert legt, was sich wie ein roter Faden durch seine weitere Karriere ziehen sollte. Den anarchischen Macho-Humor mag man, oder nicht. Dazwischen gibt es nichts. Nach weiteren Filmen von Andrew ‘Dice’ Clay sollte man im übrigen nicht suchen, da seine sonstige Filmkarriere ein totaler Flop war. Mit diesem Auftritt hat er dafür aber voll ins Schwarze getroffen, denn lustiger geht es eigentlich schon fast nicht mehr. Und wenn ein Film allein wegen seiner verbalen Entgleisungen eine Freigabe ab 18 bekommt, dann will das wahrlich etwas heißen!

Wertung: (7,5 / 10)

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