Flutsch und weg (USA/GB 2006)

flutsch-und-wegWas kommt dabei heraus, wenn sich das auf Knetfiguren spezialisierte Aardman-Studio („Wallace und Gromit“) mit den Computerspezialisten von Dreamworks („Shrek“) zusammentut? Richtig, ein vor schrägen Einfällen strotzendes Animationsabenteuer mit unverkennbarem Überbiss. Die Möglichkeiten der Modellierung mit Plaste stießen bei der Idee zu „Flutsch und weg“ an ihre Grenzen. Ein Großteil des Films spielt in Londons Abwasserkanälen, was sich in der Umsetzung lediglich durch Hilfe aus dem Rechner lösen ließ. So wurde die Idee zum britisch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekt.

In dem lebt Hausratte Roddy wie die Made im Speck. Er hat einen goldenen Käfig, Fressen im Überfluss und die Sicherheit eines noblen Heims. Das ändert sich, als in Herrchens Abwesenheit der unflätige Artgenosse Sid aus dem Ausguss geschleudert wird und sogleich im behüteten Dasein des Snobs Quartier bezieht. Der rettende Ausweg scheint die als Whirlpool verkaufte Toilette zu sein, in der statt des ungebetenen Gastes aber Roddy selbst landet. Die darauf folgende Odyssee endet in einem unterirdischen Nachbau von London, wo er unversehens in die Pläne des lokalen Patriarchen, eines durchtriebenen Frosches gezogen wird.

Das Langfilmdebüt von David Bowers und Sam Fell ist ein Spaß für die ganze Familie. Die Kleinen ergötzen sich an munterem Slapstick und erfrischenden Ideen, allen voran die Umfunktionierung von menschlichen Alltagsgegenständen, die Großen an Kinozitaten und Anspielungen von Zeitgeschichte bis Ballsportrivalität. Denn ausgerechnet während des Fußballfinales zwischen England und Deutschland will der Frosch Rache an den Ratten nehmen, die die Miniaturmetropole bevölkern. Bis Roddy aber die Pläne der Amphibie durchschaut, versucht er mit Hilfe der gewitzten Kanalkapitänin Rita einen Weg nach Hause zu finden.

Heimliche Stars des temporeichen Spektakels sind die glubschäugigen Nacktschnecken, die im Kollektiv wahlweise spitze Schreie ausstoßen oder zur Interpretation klassischer Musikwerke ausholen. Zum Meisterwerk wird der turbulente Spaß dabei nicht. Der bekannten Aardman-Figurengestaltung geht durch die Erschaffung am Rechner ein Teil ihres Charmes verloren. Dennoch ist das im Original mit Sprechern wie Hugh Jackman, Kate Winslet, Ian McKellen oder Jean Reno (als französischer Vetter des Schurken) erlesen besetzte Trickvergnügen ein Füllhorn absurder Gags. Für Kurzweil nach britischem Humorverständnis ist demnach gesorgt.

Wertung: (7 / 10)

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