Flashback – Mörderische Ferien (D 2000)

flashbackslasherDass Slasherfilme unoriginell, vorhersehbar und stets nach gleichem Muster gestrickt sind, mindert ihre potenzielle Erfolgsaufsicht nicht. Da Deutschlands Filmwirtschaft aber beinahe jeden Trend verschläft, ist blutiger Horror in teutonischen Lichtspielhäusern chronisch unterrepräsentiert. Durch die von „Scream“ entfachte zweite große Welle kam das Genre auf nationalem Sektor überhaupt erst zum tragen. Ein erster Gehversuch war die beliebige RTL-Fernsehproduktion „Schrei – Denn ich werde Dich töten!“. Ins Kino schaffte es „Anatomie“ und erbrachte gleich den Beweis, dass neben den Italienern auch andere EU-Nationen auf amerikanisch dominiertem Grund relative Überzeugungsarbeit leisten können.

Wie schnell dies hierzulande neu erschlossene Segment aber ausgeschöpft war, verdeutlicht „Flashback – Mörderische Ferien“, der im Fahrwasser des „Anatomie“-Erfolgs als erster nationaler Nachahmer bereits jene Routine walten ließ, die dem US-Schlitzerkino in den späten Achtzigern ihren vorläufigen Niedergang bescherte. Zwar bemüht sich der Streifen um ironische Zwischentöne und schrulliges Heimatflair, bleibt abseits stimmiger Bilder aber so flach wie das Papier, auf dem das Skript verfasst wurde. Dessen ursprüngliche Version erdachte der 2011 im Alter von 83 Jahren verstorbene Jimmy Sangster, der seine größten Erfolge als Hausautor der britischen Hammer-Produktionsfirma feierte und Klassiker wie „Frankensteins Fluch“ und „Dracula“ schrieb.

Sein von Natalie Scharf für die „GZSZ“-Generation aufgemotztes Drehbuch zeigt renommierte Serien- und Soap-Darsteller im Kampf mit Klischees und Einfallslosigkeit. Zentrale Figur ist Jeanette (Valerie Niehaus, „Verbotene Liebe“), die als Kind mit ansehen musste, wie ihre Eltern von einem psychopathischen Killer getötet wurden. Nach zehn Jahren in einer geschlossenen Anstalt wagt sie den Schritt zurück ins normale Leben. Auf Anraten ihres Arztes erteilt sie Leon (Xaver Hutter, „Klimt“), Lissy (Simone Hanselmann, „Hai-Alarm auf Mallorca“) und Melissa (Alexandra Neldel, „Verliebt in Berlin“), den Stiefkindern eines über die Sommermonate verreisten Geschäftsmannes, Nachhilfeunterricht in Französisch. Den lernunwilligen Teenagern ist in der abgelegenen Bergwelt jedoch mehr an Party und Ausschweifung gelegen.

Die überschaubare Halbwertszeit der alpinen Beschaulichkeit mit ihren begriffsstutzigen Hinterwäldlern und strunzdofen Provinzpolizisten liegt auf der Hand und schon bald beschleicht Jeanette der Verdacht, dass es auch den Mörder von einst nach frischer Bergluft dürstet. Neben Gastauftritten von Elke Sommer („Ein Schuss im Dunkeln“) als Haushälterin Frau Lust sowie Detlev Buck („Herr Lehmann“) und Comedian Maddin Schneider serviert Regisseur Michael Karen („Erkan & Stefan – Der Tod kommt krass“) aber lediglich Schocks nach streng amerikanischer Vorgabe. Blut fließt dabei reichlich und das solide Handwerk der Tricktechniker sorgt für makabre Schauermomente. Aber Figuren und Dialoge bleiben konturlos und die finalen Wendungen unterlaufen die üblichen Schemata des Slashers mit einiger Holprigkeit. So kann man sich zwar amüsieren, unterm Strich bleiben aber auch für den Zuschauer zu viele Flashbacks.

Wertung: (4 / 10)

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