Fire Jumpers (CAN 2008)

fire-jumpersNur selten gelingt im Katastrophenfilm die Überwindung gängiger Klischees. Der formelhafte Kampf gegen entfesselte Naturgewalten, ausgefochten von Protagonisten am Rande der Überdramatisierung, bleibt damit lediglich die stumpfe Variation der ewig gleichen Geschichte. Ihre Entsprechung findet diese auch in der Kanadischen TV-Produktion „Fire Jumpers“, verbaut anbei aber noch die Obligatorismen des Ausbilder-Genres. Wer will kann sich davon solide berieseln lassen – sofern die akute Lächerlichkeit nicht hinderlich erscheint.

Denn das Schicksal hält für Feuerwehrfrau Kristin Scott (Brooke Burns, „Baywatch“) bisweilen schon arg unfreiwillig komische Nackenschläge bereit. Das beginnt beim Vater, dem sie beruflich nacheifert, bis er bei einem Einsatz sein Leben lässt. Natürlich am Tag vor der Pensionierung! Die Schwester gibt ihr die Schuld an der Tragödie, das rein männliche Kollegium zeigt ihr die kalte Schulter und der Zwist mit dem Vorgesetzten bringt ihr eine Suspendierung ein. Doch Kirsten steckt nicht auf und strebt als erste Frau gar die Aufnahmeprüfung bei der Brandbekämpfungselite an.

Von den Ausbildern wird sie selbstredend mit Argwohn betrachtet, was Schleifer Ray (Rick Ravanello, „The Cave“) aber nicht davon abhält, sich an die ehrgeizige Pionierin ranzuschmeißen. Sexismus und Vorurteile wollen also erst überwunden werden, bevor es im ersten wortwörtlich brandgefährlichen Einsatz an die Feuerfront geht. Die familiären Querelen geraten darüber selbstverständlich nicht in Vergessenheit, so dass Kirstens Schwester nebst Mann und Tochter im Krisengebiet eingeschlossen wird. Das Portrait einer starken Frau verkommt damit zum actionreichen Trivialtheater.

Die am Computer entstandenen Feuersbrünste sind von ähnlich minderer Qualität wie das Skript. Regisseur John Terlesky („Die Feuerschlange“) kleidet den Film immerhin in ansprechend gestylte Bilder und auch die Darsteller mühen sich redlich. Was aber nutzt es in Anbetracht der Klischeeüberfrachtung, der akuten Unglaubwürdigkeit und der erzählerischen Einfalt? Am Ende, wenn die Brände unter Kontrolle gebracht sind, erwartet Kristin (endlich) auch der verdiente Respekt der männlichen Kollegen. Spätestens wenn die von ihr salutieren ist gewiss, dass die weibliche Emanzipation noch einen langen Weg vor sich hat.

Wertung: (4 / 10)

 

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