Fire Down Below (USA 1997)

firedownbelowWir schreiben das Jahr 1997. Ganz Amerika ist von Umweltsündern besetzt. Ganz Amerika? Nein, in einem kleinen Dorf in Kentucky hört Steven Seagal nicht auf, den feisten Verschmutzern Widerstand zu leisten. Den Rächer der gebeutelten Natur gab der kampfesgewandte Prollkopf bereits in seinem Regiedebüt „Auf brennendem Eis“ mit gesteigertem Peinlichkeitsfaktor. Im nicht einmal mehr im Kino gezeigten B-Thriller „Fire Down Below“ wurde der Umweltengel mit der Lizenz zum Totschlag reanimiert – weiterhin mit hohlem Gequassel, dafür ohne den gewohnten Schmiss bei den Actionsequenzen. Immerhin beweist der steife Mime darstellerische Wandlungsfähigkeit, wenn er zwischendrin die Klampfe zückt und fröhlich grienend zum Tanze aufspielt.

Im lokalen Hinterwald hortet Unternehmer Orin Henner (Kris Kristofferson, „Convoy“) Giftmüll. Mit großherzigen Finanzspritzen sichert er den Fortbestand der nahe gelegenen Gemeinde, so dass seine Geschäftspraktiken stillschweigend geduldet werden. Das jedoch ändert sich mit der Ankunft von Bundespolizist Jack Taggert (Seagal). Der verteilt hier und da wohl verdiente Kellen, bändelt mit Außenseiterin Sarah Kellog (Marg Helgenberger, „CSI“) an und zieht gröbere Saiten auf, als der konventionelle Dienstweg nur noch wenig Aussicht auf die Verhaftung Henners stellt. Der Rest ist solide inszenierte Dutzendware, bei der Regisseur Félix Enríquez Alcalá seine Vergangenheit als TV-Filmer nur schwer verbergen kann.

Der Plot geht es ruhig an. Zu ruhig für einen Mann wie Seagal, dem das geschauspielerte Menschsein weit weniger gut zu Gesicht steht, als der sonst verkörperte Keiler mit eingebauter Stoik. So plätschert der zähe Erzählfluss vor sich hin, verplempert die Präsenz gestandener Mimen wie Kris Kristofferson und Harry Dean Stanton („Wild at Heart“) und tut herzlich wenig dafür, den geneigten Zuschauer bei der Stange zu halten. Formal findet der Film unbestritten seine Schauwerte, wenn diese auch kaum dazu geeignet sind, das tranige Spektakel über Durchschnitt zu heben. Hauptakteur Seagal wirkt müde, in den schnell montierten Prügelszenen bestenfalls routiniert. Es fehlt an Unterhaltungswert, an Tempo, allen voran an kerniger Action. Statt dessen setzt es Klischees und Langatmigkeit. Insgesamt also ein schwacher Streifen, der allenfalls für Komplettisten des Anti-Mimen von Interesse ist.

Wertung: (4 / 10)

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