Final Prayer – I Am Not Afraid (2012, Let It Burn Records)

final-prayer-i-am-not-afraidIm letzten Jahr ließen FINAL PRAYER aus der Hauptstadt des Landes aufhorchen. Ihre „Berlin“-EP war vielleicht nur ein kurzes, vorläufiges Intermezzo, mit dem die Truppe aber gleich an der Erwartungshaltung schraubte. Mit „I Am Not Afraid“ folgt nun das Album, welches schon jetzt zu den heimischen Hardcore-Alben des Jahres gezählt werden kann. Dafür braucht man sich nicht lange in die Scheibe hineinzuhören. Schon der Opener und Titeltrack sorgt gleich für klare, unmissverständliche Verhältnisse.

Insbesondere die Wucht von „I Am Not Afraid“ schlägt einem von Anfang an ins Gesicht. Die Gitarren klingen ungemein dick, was aber auch der mächtig druckvollen Produktion geschuldet ist. Dazu kommt heftiges Gebrüll von Frontmann Stefan, dessen Organ von einer kratzigen Note unterstrichen wird. Das folgende „Reinventing Revolution“ fällt dagegen etwas ab, vor allem der Refrain klingt etwas hölzern. Doch hier wird auch deutlich, mit reinem Geknüppel wollen sich FINAL PRAYER nicht abgeben. „Nonbeliever“ fährt sogar mit klaren Gesangspassagen auf, die vom gewohnten Gebrüll begleitet werden. Hinzu kommt eine dezent düstere Note und ein deutlich rockiger Anstrich.

Das mögen letztlich nur kleine Ausnahmen darstellen, aber in der Summe ergibt dies ein erstaunlich abwechslungsreiches Album. Zudem verzichten FINAL PRAYER auf gängige Klischees, auch wenn sie eine dezent prollige Note kaum verbergen. Aber ein bisschen Säbelrasseln gehört nun mal dazu. „I Am Not Afraid” klingt wuchtig, massiv und aggressiv, dazu aber toll arrangiert, spannend und vielseitig. Das müssen andere Bands erst mal hinbekommen.

Wertung: 7.5 out of 10 stars (7,5 / 10)

 

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