Final Destination 3 (USA 2006)

final-destination-3Fortsetzungen veritabler Kinofilme trüben nur selten den Eindruck akuter Ideenlosigkeit. Das unterstreicht auch „Final Destination 3“, der oft hilflose Aufguss eines originellen Erstlings und eines grundsoliden Nachklapps. Regie führte wie beim Original James Wong („The One“), dessen routinierte Umsetzung aber nicht über die Beliebigkeit von Gevatter Tods drittem Treiben hinwegtäuschen kann. Nach Flugzeug und Autostau gibt diesmal eine Rummelplatzachterbahn den Anstoß für kreatives Sterben. Allerdings beanspruchen die Tötungen bei aller Fantasie derart üppigen Vorlauf, dass die makabren Spitzen aller Boshaftigkeit zum Trotze merklich verflachen.

Nach der bestandenen Abschlussprüfung will Wendy (Mary Elizabeth Winstead, „Sky High“) mit einigen Freunden den Ausstand von der High School auf einer Kirmes zelebrieren. Als es jedoch an die Fahrt mit der Achterbahn geht, plagt sie eine Vision ihres schrecklichen Todes. Ihre Hysterie rettet Leben, begünstigt aber die unbequeme Folge, dass der Tod das geschlagene Schnippchen mit kuriosen Alltagsunfällen egalisiert. Während Wendy mit Leidensgenosse Kevin (Ryan Merriman, „Halloween: Resurrection“) versucht, die übrigen Überlebenden von dieser Theorie zu überzeugen, erfüllt sich die Bestimmung eines vorzeitigen Ablebens mit tödlicher Präzision.

Der Ideenreichtum der Vorgänger hat Federn gelassen. Im Vordergrund steht zwar immer noch die möglichst fantasievolle Beseitigung der durch alptraumhafte Unfallprävention verschonten Todgeweihten, doch sind die Protagonisten diesmal weitgehend unsympathische Abziehbilder dröger High School-Klischees. Entsprechend wenig Mitleid erwartet die Opfer bei Sensenmanns Faustrecht, wenn sich tumbe Schönheiten im Bräunungsstudio in Rauch auflösen oder ein Motorblock durch eine Schädeldecke fräst. Die einzige Neuerung bildet der Umstand, dass die jeweilige Todesursache aufgrund geschossener Fotos erkennbar wird. Das nimmt der Entwicklung aber nicht nur ein Stück ihrer Unberechenbarkeit, sondern mindert auch den ohnehin verhaltenen Spannungsbogen.

„Final Destination 3“ ist eine passable, eben nicht gerade überzeugende Neuerzählung der bekannten Geschichte. Statt Überraschungen gibt es Vorhersehbarkeiten, statt fließender Anspannung Ungereimtheiten. Der Bogen zu den Vorgängern wird plump am Rande erledigt, deren Unterhaltungswert an schalen Figuren und zähen Ankündigungen des nahenden Todes abgenutzt. Für einen Film von solch geringer Spielzeit präsentiert sich das Spektakel erstaunlich Inhaltsleer, Höhe- und Referenzpunkte markieren vereinzelt blutige Ausbrüche. Das war bereits bei Teil 2 der Fall, doch standen den schwarzhumorigen Sterbensszenarien dort zumindest adäquate Darsteller zur Verfügung. Eine unmittelbare DVD-Auswertung hätte dem Film damit weit besser gestanden.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top