Fighting Chance – Lightsout (2016, Horror Business Records)

Licht aus, FIGHTING CHANCE kommen! Obwohl, ein Grund zum Verstecken ist das nicht. Eher zum zünftigen Losstürmen. Denn das Gespann aus Dortmund interpretiert den modernen Hardcore nach Bauart von Bands wie COUNTERPARTS. Da passt, dass eine Nummer ihres Debütalbums „Lightsout“ denselben Namen trägt wie die erkennbaren Vorreiter. Wenn der Metal-Anteil auch deutlich reduzierter erscheint. Dafür wird in bester STICK TO YOUR GUNS-Manier auch mal klar gesungen (u. a. bei „Headstrong“, „Room“ und „Dead Soil“).

Nun lässt sich trefflich darüber streiten, ob sich mit der beschriebenen Verknüpfung hinreichend bekannter Elemente noch jemand hinter dem sprichwörtlichen Ofen hervorlocken lässt. Die Antwort ist jedoch – zumindest aus der hier zugrundeliegenden Perspektive – eindeutig. Wer in Punk und Hardcore nach Neuerungen sucht, dürfte es gegenwärtig schwer haben, überhaupt noch erhobenen Hauptes durch die Untergrund-Musikszenerie zu schreiten. Schließlich zählt eine dezent individualistische und übergeordnet packende Herangehensweise mittlerweile (fast) mehr als ein grundlegender Progressions- und Novitätsanspruch.

Vor diesem Hintergrund liefern FIGHTING CHANCE einen überzeugenden ersten Langspieler ab. Das Tempo wird ansprechend variiert, für instrumentale Abwechslung ist gesorgt und Tracks wie „Solitude“, „Cold Times“ oder „Waves“ machen auch nach dem wiederholten Durchlauf noch Lust auf mehr. Gut platzierte Gangshouts, wie beim Titeltrack oder dem finalen „We Own the Night“, sorgen für zusätzliche Reizpunkte. Für Wertschätzer der modernen Genre-Spielart sollte also alles dabei sein. Wer will sich da noch daran reiben, dass die Neuerfindung des Rades im Hardcore einmal mehr ausbleibt? Eben.

Wertung: (7 / 10)

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