Felidae Trick – Patrimony (2014, Eventmedia Records)

felidae-trick-patrimonyInspiriert Rocken ist doch eine Kleinigkeit. Zumindest für FELIDAE TRICK, die auf „Patrimony“ eine ansprechende Mischung aus Indie, New-Wave und Brit-Pop bieten. Die Musik der (Wahl-)Berliner um den israelischen Sänger Omer Liechtenstein wirkt angenehm verspielt, ist von spröder Emotionalität geprägt und fährt – wie beim Opener „Left My Home“ – auch mal einen einnehmenden Groove auf. Das gewisse Etwas schafft die psychedelisch angehauchte Orgel, die das Abdriften in Richtung säuseliger Pop-Songs beständig verhindert.

Das Zweitwerk der Band erzwingt nicht unbedingt Begeisterungsstürme, bewahrt sich über weite Strecken aber seine Unvorhersehbarkeit und verfügt zudem über eine eigentümlich düstere Grundnote. Die wird, neben der erwähnten Orgeluntermalung, durch den Gesang Omers genährt, der stets ein wenig entrückt wirkt und gängigem Pop-Appeal ebenso zuwiderläuft. Gefühlsbetontere Momente sind trotzdem keine Seltenheit (siehe etwa „Lots of Songs“), nur werden etwaige Regungen nicht in massenkompatiblen Schemata ausgestellt.

Den Reiz von FELIDAE TRICK macht denn auch das unterschwellig undurchsichtige Moment aus, bei dem man kaum mit bestimmter Sicherheit sagen kann, in welche Richtung sich die einzelnen Stücke entwickeln. Ohrwurmtaugliche Refrains wie der in „Back Into Nothing“ bilden da fast die Ausnahme. Ein wenig gewöhnungsbedürftig fällt „Patrimony“ fraglos aus, bleibt aber Zeugnis individualistischer Schaffenskraft. Ein wenig darf man daher schon gespannt sein, wie es mit dieser Combo weitergeht.

Wertung: (7 / 10)

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