Faust – Love of the Damned (E/USA 2000)

faust-love-of-the-damnedDer Name Brian Yuzna bürgt nicht unbedingt für hochkarätige Kino-Unterhaltung, eher schon für handfesten Gore-Horror. Der vielbeschäftigte Produzent („Re-Animator”, „From Beyond”), Regisseur („The Dentist”, „Necronomicon”) und Autor („Bride of Re-Animator”) bastelt derzeit an einer weiteren Fortsetzung des „Re-Animator”-Themas. Das letzte Werk des amerikanischen Underground-Allrounders trägt den Titel „Faust”, hat aber zur Erleichterung aller Goethe-Wertschätzer nur im entferntesten Sinne mit dessen Dramengestalt zu schaffen. Vielmehr handelt es sich um eine Realverfilmung des gleichnamigen Comics von David Quinn und Tim Vigil, wobei deren Erstgenannter auch das Drehbuch schrieb.

Die Handlung rankt sich um die aus der Hölle emporgestiegene Kreatur M (Andrew Divoff), die die Welt ins Chaos stürzen will, um sich ihrer zu bemächtigen. Wegbereiter dieses Umsturzes soll der junge Künstler John Jaspers (Mark Frost) sein, der seinem Leben nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin ein vorzeitiges Ende setzen will. Aus Gier nach Rache geht der verzweifelte Jaspers einen folgenschweren Pakt mit dem sinistren Dämon ein: Superkräfte im Tausch gegen seine Seele! Doch als sich das „Mordwerkzeug” nach einer angerichteten Schlachtplatte in einer Kuwaitischen (!) Botschaft weigert, den Polizisten Dan Margolis (Jeffrey Combs) zu töten, zieht sich Jaspers den Zorn seines „Meisters” zu. Von der Polizei in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, vertraut er sich zögerlich der Ärztin Jade Dechamp (Isabel Brook) an. Aber die Fäden zieht immer noch M, so dass schon bald darauf ein Haufen Schergen des Bösen anrückt, um den inhaftierten Arbeitsverweigerer zu töten. Doch so leicht lässt sich ein künftiger Streiter gegen finstre Mächte nicht aus dem Weg räumen.

Die nicht unbedingt originelle Story weist diverse Parallelen zu ähnlich düster angelegten Comic-Verfilmungen, wie z.B. Dan O’Bannons „The Crow” oder Todd McFarlanes „Spawn” auf. Andererseits bestechen solch fantastische Filme über Superhelden und ihre Erzwidersacher meist aber auch nicht durch eine geistreiche Geschichte, sondern eher durch düstere Atmosphäre und visuelle Überzeugungskraft. „Faust” ergeht es da ähnlich, obgleich Brian Yuznas Fantasy-Film nicht die formale Brillanz eines Alex Proyas ausstrahlt. Aber das muss er auch gar nicht, denn betrachtet man die Tatsache, dass es sich bei „Faust” um eine Spanische Produktion handelt, so erscheint der für amerikanische Verhältnisse im B-Bereich anzusiedelnde Film für Europäische Maßstäbe doch als durchaus gelungen. Die gediegenen Darsteller geistern durch dunkle Kulissen, oftmals unterstützt durch anständige Computereffekte. Kein Film, der einen zwingend vom Hocker haut, aber definitiv auch nicht der schlechteste seiner Zunft.

Neben der soliden Regie und Ausstattung kann man sich über ein Wiedersehen mit „Re-Animator” Jeffrey Combs freuen. In der Rolle des finsteren M ist Andrew Divoff („Wishmaster 1 + 2″) zu bewundern, der in der Rolle des Bösewichts einmal mehr überzeugend agiert. So ist „Faust”, der auf dem Spanischen Fantasy-Filmfest Sitges 2000 den Jurypreis für die besten Spezialeffekte einheimste, eine grundlegend unterhaltsame, mal blutige mal offensichtlich unterbudgetierte Superhelden-Mär. Ein paar gute Kameraeinstellungen stehen auf formaler Ebene einem höchst unspektakulären Finale mit recht hausbacken wirkenden Effekten gegenüber. Genrefans und Befürworter des Schaffens von Brian Yuzna kommen auf ihre Kosten.

Wertung: (5 / 10)

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