Fat Belly – Set the Flag (2012, Intono)

fat-belly-set-the-flag„Same Old Story, Somehow New“. Dieser Songtitel des FAT BELLY-Zweitalbums „Set the Flag“ bringt das Wesen der Band aus Hannover recht treffend auf den Punkt. Das „Same Old“-Moment speist sich aus bewährtem und hinreichend erprobtem melodischem Punk-Rock mit poppigem Flair. Im individuellen Arrangement wird diesem zwar keine wirkliche Neuerung zuteil, ein eigenes Profil verschafft sich die Band aber dennoch. „Somehow New“ eben.

Der Sound ist von deutlich amerikanischer Prägung und findet leicht den Weg ins Ohr. Beim Titeltrack geht Frontmann Benjamin auf stimmliche Tuchfühlung mit einer weiblichen Gastsängerin, die beim Refrain Erinnerungen an Katie von ROSEMATTER weckt. Ob das klassische Bubblegum-High-School-Feeling nun zwingend nach Niedersachsen passt, darf der geneigte Hörer mit sich selbst ausmachen. Aber abseits des Verdachts, jede Nummer auf „Set the Flag“ bereits zigfach gehört zu haben, gibt es FAT BELLY bereits aufgrund der erhöhten Tanzbarkeit keinen grundlegenden Vorwurf zu machen.

Die Produktion ist angemessen hochwertig, der Gesang nimmt mit und die Melodien sind abwechslungsreich genug, um nicht schon ab dem zweiten Drittel in akute Wiederholungen zu verfallen. Das ansprechende Niveau hält der Fünfer jedenfalls ohne Reibungsverlust aufrecht und fährt zudem ein paar schicke Mitsing-Refrains auf (u.a. „Life Behind a Glass“). Wer sich vom „Same Old“ dieses temporeichen (Pop-)Punk-Beitrags nicht verschrecken lässt, wird auf heimischem Terrain also durchaus eine echte Alternative zu den internationalen Vorreitern finden. Das allein ist bereits aller Ehren wert.

Wertung: (6,5 / 10)

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