Faster (USA 2010)

faster„I’m gonna kill you all!“ – Ein Mann, ein Wort: der namenlose Driver

Obwohl die alte Garde der Action-Recken weitgehend abgedankt hat, dürstet es das (vornehmlich männliche Publikum) noch immer nach markigen Kerlen, die den (oder auch mal dem) Bösen die Stirn bieten. Nur gehen die Helden von heute längst nicht mehr so grob und unsäglich brutal zu Werke, wie ihre ikonenhaften Vorväter in den Achtzigern. Das zeigt sich vor allem an Ex-Wrestler Dwayne ´The Rock´ Johnson, dessen Rollen stets ein wenig ironisch behaftet sind. Im schnörkellosen Rache-Thriller „Faster“ darf er das Nice Guy-Image jedoch für 90 knallharte Minuten in die Pause schicken.

Nach 10 Jahren Knast ist der von ihm gespielte Driver stinkwütend und zu allem bereit. Verknackt wurde er als Fluchtwagenfahrer. Sein Bruder und zwei Komplizen hatten eine Bank überfallen. Die Flucht gelang, doch wurde die Bande hintergangen. Der Bruder starb, der Driver überlebte einen Schuss in den Kopf und wanderte von Rachegedanken getrieben hinter Gitter. Nachdem er seine Strafe abgesessen hat, klappert er die Schuldigen ab und tötet sich kaltblütig. Dass ihm bald ein kurz vor der Pensionierung stehender Lotter-Cop (Oscar-Preisträger Billy Bob Thornton) samt Partnerin (Carla Gugino, „Sucker Punch“) an den Fersen klebt, schert ihn wenig.

Damit nicht genug, wird dem unbeirrbaren Rächer von (vorerst) unbekannter Seite ein kultivierter junger Killer (Oliver Jackson-Cohen, „Verrückt nach dir“) auf den Hals gehetzt. Nur scheint der nebst Gespielin (Maggie Grace, „96 Hours“) vorrangig der Aufblähung des Plots dienlich, sind die ihm anhaftenden Probleme mit Beziehung und übertriebenem Ehrgeiz für die Vendetta des Drivers doch grundlegend überflüssig. Aber bis zur überraschungsfreien Enthüllung des Hintermannes der einstigen Bluttat braucht der unbeirrbare Mörder schließlich einen Counterpart, der überdies die sporadischen Actionintermezzi anheizen kann.

Der von George Tillman Jr. („Notorious B.I.G.“) ohne jeden Schnörkel inszenierte Reißer versucht die Simplizität des Plots durch eine stückhaft die Vergangenheit beleuchtende Verschachtelung zu kaschieren. Längen weist „Faster“ jedenfalls keine auf und auch handwerklich gibt es nichts auszusetzen. Nur bleibt der Film trotz souveräner Darsteller und ruppig brutalem Grundton flach und vorhersehbar. Am Ende wird dem Driver moralisch gar noch ein wenig Ambivalenz zugesprochen. Wer einen Mann allerdings unter Narkose auf dem Operationstisch kaltblütig hinrichtet, hätte eigentlich ein anderes Ende verdient, als es der Streifen seinem brutalen Anti-Helden zugestattet.

Wertung: (5 / 10)

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