Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (USA/D 2007)

fantastic-four-rise-of-the-silver-surferBernd Eichinger ist mehr ein Mann des Geschäfts, weniger des Anspruchs. Demnach ist es für den deutschen Produzenten nur recht und billig, dem nach Comic-Verfilmungen süchtigen Publikum eine neue Geschichte der „Fantastic Four“ zu erzählen. Diese feierten vor zwei Jahren ihr Leindwanddebüt und brachten ordentlich Geld in die Kasse, wohl auch der einzige Grund, warum es nun ein Wiedersehen geben darf. Die Fangemeinde überzeugte man zwar nicht, aber wen stört so etwas in Hollywood schon, wenn der kommerzielle Erfolg garantiert ist?

Die Popularität der Fantastischen Vier kennt keine Grenzen, derzeit überschlagen sich die Nachrichten mit immer neuen Meldungen um die anstehende Hochzeit von Reed Richards „Mr. Fantastic“ (Ioan Gruffudd) und Sue Storm „Invisible Girl“ (Jessica Alba). Während diese ihrem großen Tag entgegenfiebern, genießt die „Fackel“ Johnny Storm (Chris Evans) sein neues Leben, „Das Ding“ Ben Grimm (Michael Chiklis) hat sich mit seinem Schicksal mittlerweile arrangiert. Die Feierlichkeiten werden jedoch durch mysteriöse Zwischenfälle gestört, verursacht durch einen aus dem All kommenden Fremden, genannt der „Silver Surfer“ (mit dem Körper von Doug Jones, „Hellboy” / im Original mit der Stimme von Laurence Fishburne, „Matrix”). Das Militär bittet die Superhelden, den zerstörerischen Fremdling zu stoppen, doch auch ihr alter Widersacher Victor von Doom (Julian McMahon) hat ein Auge auf den mächtigen Neuling geworfen.

Das Duo Bernd Eichinger, gefeierter Produzent von Erfolgsfilmen wie „Der Untergang“ oder „Der Name der Rose“, und Tim Story („Barbershop“), fand sich ein zweites Mal für ihre Superhelden-Mär zusammen. Das Handbuch für den perfekten zweiten Teil einer Serie hatten sie zwar stets auf dem Schoß liegen, schauten aber wohl nicht allzu häufig hinein. Allerdings war dies auch beim ersten Teil so, beim dem zwar munter allerlei Versatzstücke des modernen Heldenkinos verwendet wurden, es diesem aber jederzeit an der notwendigen Begeisterung, Tiefe und Charakterzeichnung fehlte. Dies ist auch beim Nachfolger zu jeder Zeit der nicht mal 90 Minuten Laufzeit so, unmotiviert wird die Alibi-Handlung heruntergeschraubt, während zwischendurch die Notwendigkeit des Zusammenhalts in der Gruppe heruntergebetet wird.

Die Figuren lassen abermals jede noch so kleine Kontur vermissen, vor allem Eye-Candy Jessica Alba („Into the Blue“) und Langweiler Ioan Gruffudd („King Arthur“) zehren durch ihr uninspiriertes Schauspiel an den Nerven. Etwas besser – aber inmitten des Stakkato-Feuers schlecht sitzender Sprüche auch manchmal gehörig nervig – Chris Evans („Final Call“). Michael Chiklis („The Shield“) findet unter seiner Latex-Maskerade abermals so gut wie nicht statt. Inhaltlich bietet der Film nichts, vielmehr wirft er Fragen über Fragen auf. Warum foltern die US-Militärs den gefangenen Silver Surfer in Sibirien, obwohl er im Schwarzwald gefangen genommen wird? Warum kann der von „Galactus“ unterjochte Surfer zudem gen Ende seinen Peiniger scheinbar ohne größere Probleme an der Zerstörung der Welt hindern? Warum lebt Victor von Doom noch? Egal, Eichinger setzt einzig auf die Kraft seiner bunten Bilder, was zumindest mehr Action verspricht als der erste Teil.

Die Comic-Vorlage wird zwar neuerlich mit Füßen getreten, doch scheint deren Schöpfer Stan Lee gefallen am Film zu finden, da dieser mal kurz durchs Bild läuft und Präsenz zeigt. „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ ist durchschnittliches Popcorn-Kino ohne eigenes Leben. Die leere Hülle wird lediglich durch die Kraft seiner oberflächlichen Helden zusammengehalten. Wer seichte Unterhaltung sucht, ist hier richtig. Mehr kann und will der Film nicht bieten.

Wertung: (5 / 10)

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